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Eutelsat distanziert sich von skyDSL-Angebot

Der Satellitenbetreiber Eutelsat zeigt sich überrascht von dem neuen Sat-Internet-Tarif seines Vertriebspartners skyDSL, der ohne Fair-Use-Policy angeboten wird. Eutelsat betont, dass es auch künftig Drosselungen der Bandbreite geben werde.

Sky © Sky Deutschland

Am Anfang der Woche überraschte skyDSL mit einem Angebot für Sat-Internet ohne Fair-Use-Policy. Das Komplettpaket skyDSL2+ 10.000 UL mit Bandbreiten von bis zu 10 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Download und bis zu 4 Mbit/s im Upload soll bis zum Jahresende für 19,90 Euro erhältlich sein. Danach erhöht sich die monatliche Gebühr auf 49,90 Euro. Im onlinekosten.de-Forum zeigten sich unsere Leser begeistert und bezeichneten dies als den "richtigen Weg" und als "gute Nachricht". Realisiert wird der Tarif über die Tooway-Plattform und den neuen Breitband-Satelliten Ka-Sat des Satellitenbetreibers Eutelsat. Offenbar gab es jedoch Abstimmungsprobleme: Eutelsat distanziert sich von dem durch skyDSL per Pressemitteilung verbreiteten und bereits auf der skyDSL-Webseite vermarkteten Angebot.

Drosselung der Bandbreite bleibt bestehen

"Eutelsat stellt keine Flatrate bereit", sagte Udo Neukirchen, Direktor Vertrieb und Marketing bei Tooway Deutschland, gegenüber onlinekosten.de. "Wir können nicht nachvollziehen, auf welcher Grundlage skyDSL zu diesem Angebot kommt." Auch bei dem ab voraussichtlich Ende Mai bis Anfang Juni startenden schnellerem Sat-Internetzugang über Ka-Sat werde es weiterhin Drosselungen der Bandbreite geben. Eine Änderung kündigte Eutelsat jedoch gegenüber unserer Redaktion an: Die bisherige Fair Access Policy wird überarbeitet und firmiert künftig unter dem neuen Begriff Volume Allowance. Ziel ist es, jedem Kunden einen gerechten Zugang zum Tooway-System zu verschaffen. Abhängig vom jeweils gebuchten Paket werde das Inklusivvolumen zukünftig großzügiger ausfallen.

Technische Plattform wird ausführlichen Tests unterzogen

Es habe sich in Europa bewährt, dass Kunden mit höherem Traffic-Bedarf optional gegen eine entsprechende Gebühr zusätzliches Volumen hinzubuchen können. In der nächsten Woche will Eutelsat mit skyDSL sprechen. Auf der Tagesordnung dürfte dann unter anderem der Preisknaller der Berliner stehen. Neukirchen betonte gegenüber unsere Redaktion, dass die rund zehnjährige, erfolgreiche Zusammenarbeit mit skyDSL trotz der aktuellen Verwirrungen auch künftig fortgesetzt werden soll.

Die neue technische Plattform für den Ka-Sat Satelliten ist noch nicht komplett. Am kommenden Dienstag wird beispielsweise das fertig gestellte Berliner Gateway an Eutelsat übergeben. In den nächsten Wochen stehen schließlich umfangreiche Tests an. Die Zusammenarbeit zwischen den acht Gateways, den zwei Backup-Gateways sowie den Internet-Backbones in Frankfurt und Paris müsse zunächst in der Praxis erprobt werden. Das neue Tooway-System sei eine weltweit einmalige Infrastruktur, solche Tests daher unabdingbar.

(Jörg Schamberg)

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