Ortsversorgung für Kommunen

Eusanet und Eutelsat kombinieren Sat-Internet mit FTTH-Glasfasernetz

Kommunen in ländlichen Regionen sollen dank einer neuen Lösung von Eusanet und Eutelsat schon jetzt ein lokales FTTH-Glasfasernetz ohne terrestrische Backbone-Anbindung übergangsweise mit Sat-Internet versorgen können.

SatellitDie Internetanbindung des FTTH-Glasfasernetzes erfolgt per Ka-Sat-Satellit. (Symbolbild)© lexaarts / Fotolia.com

Köln/Bischberg – Eine neue Lösung zur Breitbandversorgung von Kommunen haben nun Eusanet, Bischberger Anbieter von satellitengestützten Breitbanddiensten, und der Satellitennetzbetreiber Eutelsat vorgestellt. Die beiden Unternehmen kombinieren nach eigenen Angaben erstmals in Europa Sat-Internet mit einem FTTH-Glasfasernetz. Realisiert wurde der Mix aus Internet aus dem All und schnellen Glasfaserleitungen zunächst in überschaubarem Rahmen in der sächsischen Gemeinde Sayda im Ortsteil Ullersdorf.

Internetanschlüsse mit bis zu 50 Mbit/s

Über das lokale Glasfasernetz sollen private Haushalte mit bis zu 30 Mbit/s im Internet surfen können, Uploads ließen sich mit bis zu 5 Mbit/s durchführen. Unternehmen werden Download-Bandbreiten von bis zu 50 Mbit/s sowie Upload-Geschwindigkeiten von bis zu 10 Mbit/s bereitgestellt. Die Internetanbindung des FTTH-Glasfasernetzes erfolge zunächst nicht über einen terrestrischen Glasfaseranschluss, sondern stattdessen über den Eutelsat-Satelliten Ka-Sat. Der Vorteil für Gemeinden: Die Kommunen könnten schon jetzt ein eigenes, zukunftsfähiges Glasfasernetz errichten, als Übergangslösung erfolge die Internetanbindung per Satellit.

Telefonie- und TV-Angebot sollen folgen

In den vergangenen Monaten sei in Ullersdorf ein FTTH-Netz errichtet worden, das bislang bereits 45 Haushalte und Unternehmen erreiche. Als Netzbetreiber fungiert Eusanet. Am Tag der Inbetriebnahme seien 17 Kunden an das kombinierte Satellit-/Glasfasernetz angeschlossen worden. Weitere Kunden sollen folgen. Kurzfristig will Eusanet zudem IP-basierte Telefondienste über das Netz anbieten. Später könnte über Glasfaser ein TV-Angebot folgen.

Für die Ortsversorgung nutzt Eusanet sende- und empfangsfähige Satellitenschüsseln, die die Verbindung zum Breitband-Satelliten Ka-Sat herstellen. An einem zentralen Eingabepunkt ins Glasfasernetz vor Ort kommen ein Server, ein Router sowie Sat-Modems zum Einsatz.

"Dank unseres Know-hows sowie der vorhandenen Breitbandkapazitäten auf KA-SAT konnten wir die Lösung rasch mit dem örtlichen FTTH-Netz kombinieren und in den Betrieb nehmen. Die Lösung ist zugleich ein wichtiges Signal für alle kleinen Gemeinden in mit Breitband unterversorgten Regionen. Denn diese können heute schon in Eigeninitiative FTTH-Netze aufbauen und sofort für schnelle, leistungsfähige Breitbanddienste nutzen, bis ein finanzierbarer Glasfaseranschluss an regionale und überregionale Backbones erfolgt", erläutert Eusanet-Geschäftsführer Stephan Schott.

Jörg Schamberg

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