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Eurotarife bei allen Mobilfunkern geschaltet

Deutsche Handy-Nutzer können inzwischen im Ausland deutlich billiger telefonieren als noch vor wenigen Monaten. Die Netzbetreiber haben ihre Kunden auf günstige Roaming-Angebote umgestellt.

03.10.2007, 13:01 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Deutsche Handy-Nutzer können inzwischen im Ausland deutlich billiger telefonieren als noch vor wenigen Monaten. Die Mobilfunkbetreiber T-Mobile, Vodafone, E-Plus und o2 vollzogen die Umstellung auf die EU-Auslandstarife fristgerecht, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur AFP bei den großen Mobilfunkanbietern ergab. Die Frist war am Sonntag ausgelaufen. Abgehende Anrufe dürfen für deutsche Handy-Nutzer im Ausland nicht mehr als 58 Cent pro Minute, eingehende nicht mehr als 29 Cent kosten. Ab Sonntag mussten die Firmen ihre Kunden zudem im Ausland über die Anruf-Kosten informieren und eine Gratis-Servicehotline einrichten. Auch diese letzte Vorgabe aus Brüssel setzten die vier deutschen Betreiber fristgerecht um.
Marktführer T-Mobile hat seinen so genannten "Weltweit Tarif" der EU-Verordnung angepasst. In diesem Tarif kosteten sowohl abgehende als auch ankommende Anrufe 59 Cent pro Minute. Durch die Umstellung auf den Euro-Tarif verbilligten sich Anrufe aus dem Ausland nach Deutschland um einen Cent, eingehende Anrufe um 30 Cent. Wie ein Sprecher des Konzerns sagte, telefonieren seit Sonntag so gut wie alle der 36 Millionen Kunden mit dem Eurotarif. Weniger als 10.000 Kunden hätten der Umstellung zugunsten eines anderen Roamingtarifs widersprochen.
Kunden umgestellt
T-Mobile schickt seinen Kunden eine Kurznachricht, wenn diese in ausländische Netze einreisen. Auch eine Servicehotline, bei der der Kunde Preisinformationen erhalten kann, hat das Unternehmen eingerichtet. Wie der Sprecher sagte, seien diese Maßnahmen aber schon lange vor dem Fristende am 30. September umgesetzt worden. Der zweitgrößte Mobilfunkanbieter Vodafone hatte Ende Juli rund 20 Millionen seiner insgesamt etwa 30 Millionen Kunden auf den neuen Tarif umgestellt. Die verbleibenden rund zehn Millionen telefonieren bereits mit dem konzerneigenen Auslands-Handytarif "Reiseversprechen", den das Unternehmen als Alternative zur EU-Verordnung anbietet. Das "Reiseversprechen" bietet nach Einschätzung von Verbraucherschützern ebenfalls relativ günstige Preise für Auslands-Telefonate. Bei diesem Tarif gibt es nach Angaben einer Sprecherin auch schon seit längerem eine Servicehotline sowie eine Kurznachricht zur Preisinformation im Ausland. Seit der Umstellung am 29. Juli gelte dies auch für den Eurotarif.
Auch E-Plus und o2 haben reagiert
Bei E-Plus, wozu auch die Discount-Marken Base und simyo gehören, hat seine sieben Millionen Kunden, die mit Guthaben-Karte telefonieren, Anfang August umgestellt. Handy-Nutzer mit Laufzeit-Verträgen mussten bis Ende August auf die Umstellung warten. Auch E-Plus-Kunden bekommen im Ausland eine Kurznachricht auf ihr Handy, die sie über die Roaming-Tarife informiert und können die Preise über eine Hotline erfragen.
Der viertgrößte Mobilfunker o2 hat seine fast zwölf Millionen Kunden ebenfalls zum 30. August auf den günstigen Eurotarif umgestellt. Seit 27. September können auch o2-Kunden über eine Service-Hotline die Preise im Ausland erfragen und erhalten eine Kurznachricht, die sie über die Roaming-Entgelte informiert.
Die EU-Kommission will am Donnerstag einen europaweiten Überblick über die Einhaltung ihrer Vorgaben vorlegen. In den nächsten drei Jahren soll Telefonieren im Ausland noch billiger werden. Laut EU-Verordnung sinken die Preise bis 2009 auf 51 Cent für abgehende und 22 Cent für ankommende Gespräche.

(Hayo Lücke)

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