Appell

Europarat: Bei Corona-App muss Datenschutz gewährleistet werden

Bezüglich der Corona-App hat sich der Europarat an die europäischen Regierungen gewandt. Die Staatenorganisation reagiert damit auf einen Bericht, demzufolge es bei dem Smartphone-Programm Mängel bei dem Schutz privater Daten gibt.

Diana Schellhas, 12.10.2020, 17:11 Uhr (Quelle: DPA)
Corona Warn-AppEinem Bericht zufolge werden mit der Corona-App unter anderem auch Patientenlisten mit der Polizei geteilt.© Firn / Adobe Stock

Der Europarat hat an europäische Regierungen appelliert, beim Einsatz digitaler Anwendungen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie den Datenschutz zu gewährleisten. Die Rechte auf Privatsphäre der Nutzer müssten jederzeit gewahrt werden, betonte die Staatenorganisation am Montag anlässlich der Veröffentlichung eines entsprechenden Berichts. In mehreren europäischen Staaten gab es demnach Mängel beim Schutz von Daten, die im Rahmen der Pandemie-Einschränkung gesammelt wurden.

Europarat nannte mehrere Kritikpunkte bei der Corona-App

So hätten Berichte nahegelegt, dass in Slowenien, Griechenland und Ungarn Gesundheitsbehörden Patientenlisten auch mit der Polizei und anderen Vollzugsbehörden teilten, hieß es in dem Bericht. Der Europarat bedauerte zudem, dass sich die Länder auf keinen einheitlichen Ansatz bei einer europaweiten Corona-Tracking-App einigen konnten. Durch die vielen unterschiedlichen Systeme sei die Effizienz der Maßnahme eingeschränkt.

Die Staaten setzen dem Bericht zufolge die digitalen Anwendungen vor allem für die Kontaktverfolgung, Selbstdiagnose und Durchsetzung von Quarantäne-Vorgaben ein.

Europarat besteht aus 47 Mitgliedsstaaten

Der Europarat mit Sitz im französischen Straßburg kümmert sich um den Schutz und die Einhaltung der Menschenrechte in seinen 47 Mitgliedsstaaten. Die Staatenorganisation gehört nicht zur Europäischen Union.

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