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Europageschäft stürzt Yahoo! ins Minus

Unter dem Strich blieb im Schlussquartal ein Minus von mehr als 300 Millionen Dollar. Einen Verkauf plant die neue Unternehmens-Chefin trotzdem nicht.

28.01.2009, 08:22 Uhr (Quelle: DPA)
Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com

Der kriselnde Internet-Konzern Yahoo! ist zum Jahresende 2008 durch seinen Jobabbau und das schwache Europageschäft in die roten Zahlen gestürzt. Die erst seit zwei Wochen amtierende Yahoo!-Chefin Carol Bartz erteilte Spekulationen über einen Verkauf des Konzerns etwa an Microsoft eine Absage: "Ich bin nicht gekommen, um das Unternehmen zu verkaufen", sagte Bartz am Dienstagabend.
Deutliches Minus
Unter dem Strich stand im Schlussquartal ein Minus von 303 Millionen Dollar (230 Millionen Euro) nach einem Plus von 206 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Der Umsatz gab angesichts des schwachen Werbemarkts um etwas mehr als ein Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar nach, wie Yahoo! am Sitz im kalifornischen Sunnyvale mitteilte.
Schuld am schlechten Abschneiden war der Europa-Umsatz, der um zehn Prozent einbrach. Das US-Geschäft wuchs dagegen um zwei Prozent. Wegen der Probleme in Europa musste Yahoo! auf den gesunkenen Wert des Geschäfts dort 488 Millionen Dollar abschreiben. Der Konzernumbau kostete zudem im Schlussquartal mehr als 100 Millionen Dollar.
Mit seinem um die Sondereffekte bereinigten Gewinn von 238 Millionen Dollar übertraf Yahoo! die Markterwartungen. Die Aktie lag nachbörslich mit rund fünf Prozent im Plus bei 11,90 Dollar. Seit einer ersten Übernahmeofferte von Microsoft vor knapp einem Jahr büßte Yahoo! allerdings rund 60 Prozent seines Börsenwerts ein.
Yahoo! habe einige Arbeit vor sich, räumte Bartz ein. "Wir müssen unsere Strategie klar machen." Den von Microsoft inzwischen mehrmals angebotenen Teilverkauf nur des Suchmaschinengeschäfts schloss die 60-Jährige zwar nicht aus. Sie sagte aber: "Die Internetsuche ist ein sehr wertvoller Teil unseres Geschäfts." Allerdings hatte sich Bartz kurz nach ihrem Amtsantritt bereits mit Microsoft-Chef Steve Ballmer getroffen.
Insgesamt 424 Millionen Dollar Gewinn
Der für Experten interessante Nettoumsatz ohne Partner-Erlöse fiel im Schlussquartal 2008 um zwei Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Dollar. Im Gesamtjahr 2008 brach der Yahoo!-Gewinn um mehr als ein Drittel auf 424 Millionen Dollar ein. Der Umsatz wuchs um drei Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar.
Für das laufende Quartal rechnet Yahoo! mit einem Umsatz zwischen 1,53 und 1,73 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn soll zwischen 75 und 85 Millionen Dollar liegen.

(Hayo Lücke)

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