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Europa: Jeder Zweite war noch nie im Netz

Nach einer Studie der Europäischen Gemeinschaft war jeder zweite EU-Bürger noch nie im Internet. Viel besser schneiden die Deutschen auch nicht ab.

10.04.2006, 17:02 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Nach einer Studie hat im Schnitt jeder zweite EU-Haushalt einen Internet-Zugang und jeder vierte verfügt inzwischen über einen Breitband-Anschluss. Die Erhebung über Internetnutzung und –zugang von Privat-Haushalten und Unternehmen in den 25 EU-Staaten (EU 25) im Jahr 2005 hat das statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften (eurostat) durchgeführt.
Spitzenreiter Holland
In Dänemark, Luxemburg, Schweden und den Niederlanden haben bereits rund drei Viertel der Haushalte Zugang zum Internet. Ganz vorne liegen die Niederlande mit 78 Prozent. Ähnlich gut sieht es in Deutschland aus, zwei von drei Haushalten bewegen sich bereits im Internet. Am wenigsten verbreitet sind Netzzugänge in Litauen, Tschechien, Griechenland, Ungarn und Slowakei. Hier verfügen nur 16 bis 22 Prozent der Haushalte über einen Anschluss.
Bei den Unternehmen sieht es wesentlich besser aus. Hier verfügen durchschnittlich neun von zehn über einen Zugang. Schweden, Slowenien, Dänemark und Finnland weisen mit 96 bis 98 Prozent die höchste Internet-Verbreitung bei Unternehmen auf. Unter 90 Prozent liegen Lettland, Ungarn, Zypern, Litauen und Polen (75 bis 87 Prozent).
Jeder Vierte nutzt Breitband
Laut eurostat verfügt inzwischen jeder vierte EU-Haushalt über einen Breitband-Zugang. Deutschland ist mit einer Verbreitung von 23 Prozent dabei nur Durchschnitt. Weitaus fortschrittlicher geht es in den Niederlanden und in Dänemark zu. Hier surft bereits jeder zweite Haushalt mit DSL-Geschwindigkeit. Abgeschlagen bei unter 10 Prozent liegen die Slowakei, die Tschechische Republik und Zypern. Schlusslicht ist Griechenland mit nur einem Prozent.
Die Unternehmen liegen auch in Sachen Schnelligkeit vor den Privatanwendern. In Schweden, Dänemark und Finnland haben über 80 Prozent einen Breitband-Anschluss. Auch in den Ländern auf den hinteren Plätzen, Zypern, Polen und Griechenland, geht fast jedes zweite Unternehmen schneller ins Netz.
Auch beim Nutzungsverhalten zeigen sich laut Studie große Unterschiede. Fast jede zweite Privatperson in der EU nutzt mindestens einmal pro Woche das Internet. Hier liegt Deutschland elf Prozentpunkte über dem Durchschnitt. Weit darüber positionieren sich wieder Schweden, die Niederlande und Dänemark: Hier surfen drei Viertel der Personen regelmäßig. In Zypern, der Tschechischen Republik und Griechenland hingegen nur jeder Vierte bis Fünfte.
Frauen surfen weniger
Aus den Zahlen geht außerdem hervor, dass Frauen das Internet immer noch seltener nutzen als Männer, in der EU nur 38 bis 49 Prozent. Spitzenreiter sind die Schüler und Studenten, mehr als drei Viertel surfen mindestens einmal pro Woche, in den Niederlanden gehen sogar 97 Prozent regelmäßig ins Netz. Insgesamt nutzen Erwerbstätige das Internet häufiger als Erwerbslose, wobei sich die Relation von Land zu Land stark unterscheidet. Während in Litauen nur jeder Zwölfte Arbeitslose im Netz surft, sind es in den Niederlanden fast 90 Prozent.
Gar kein Internet
Nach den Ergebnissen der Studie war immerhin jeder zweite EU-Bürger noch nie im Internet. In Deutschland sieht das nicht viel besser aus: Jeder dritte Deutsche hat danach noch gar keine Interneterfahrungen gesammelt. Auch in der Gruppe der Internetlosen sind Frauen und Erwerbslose besonders stark repräsentiert. Damit bestätigt sich das Bild, dass diese Gruppen deutlich seltener ins Netz gehen als Männer und Erwerbstätige.
Daten für Frankreich und Malta lagen der Studie nicht vor.

(Saskia Brintrup)

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