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Europa holt bei Supercomputern auf

Die Top Ten der schnellsten Computer der Welt wird weiter von den USA dominiert. Ein deutscher Superrechner erringt den zweiten Platz.

19.11.2007, 15:12 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Seit 1993 wird alle sechs Monate die "Top 500"-Liste der weltweit schnellsten Computer veröffentlicht. Der Mannheimer Professor Hans Meuer hatte die Initiative damals ins Leben gerufen und ist auch heute noch einer der vier Autoren, die das "TOP 500"-Ranking zusammenstellen.
Von Null auf Platz Zwei
Ein deutscher Supercomputer von Hersteller IBM hat es als Neueinsteiger in die Top Ten der schnellsten Rechner der Welt geschafft. Der deutsche Rechner JUGENE im Forschungszentrum Jülich landete auf Platz Zwei und wurde nur vom mehrfachen Spitzenreiter und IBM-Schwestermodell BlueGene/L aus den USA übertroffen. Der weltweit schnellste Rechner arbeitet mit einer Geschwindigkeit von circa 478 Billionen Rechenschritten pro Sekunde(478 Teraflop/s).
In der am 12. November veröffentlichten Supercomputer-Weltrangliste finden sich aktuell fünf Rechneranlagen aus Deutschland, Indien, Schweden und den USA, die zuvor noch nicht unter den zehn schnellsten Computern gelistet waren. Der Supercomputer des Leibniz Rechenzentrums in München rutschte von Platz zehn auf 15 ab.
Europa holt auf
Im weltweiten Vergleich stellen die USA immer noch mit 284 Systemen in der "Top 500" klar die meisten schnellen Computer, deren Einsatzgebiete häufig im Forschungs- und Militärbereich liegen. In Europa sind aber mittlerweile 149 Supercomputer installiert, vor sechs Monaten waren es lediglich 127. Großbritannien mit 48 und Deutschland mit 31 schnellen Großrechnern führen hier das Feld an. Asien gerät dagegen ins Hintertreffen und weist nur noch 58 Supercomputer in der Liste auf. Alle fünfhundert Computersysteme zusammen haben eine Rechenleistung von 6,97 Petaflops pro Sekunde, was fast 7.000 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde entsprechen würde. Die meisten Riesenrechner benutzen Intel Prozessoren (knapp 71 Prozent), AMD liegt mit fast 16 Prozent abgeschlagen dahinter.
IBM dominierender Hersteller
Die Dominanz des Computer-Herstellers IBM fällt beim Blick auf die "Top 500" direkt ins Auge. IBM ist dort mit 232 Anlagen vertreten, 181 davon sind zusammengeschaltete Clusterkonfiguarationen aus Standardprozessoren. Rechnet BlueGene/L, der schnellste Rechner der Welt, derzeit noch im Teraflop-Bereich, so ist das Ziel von IBM das Durchbrechen der Pentaflop-Grenze. IBM verspricht sich dadurch neue Erkenntnisse in Wissenschaft und Technik, da durch Bereitstellung dieser Rechenleistung realitätsgetreue, sehr detaillierte Simulationen ermöglicht werden.

(Jörg Schamberg)

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