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EU wird Fusion von E-Plus und o2 angeblich genehmigen - unter hohen Auflagen

Laut "Handelsblatt" wird die EU-Kommission die Fusion von E-Plus und o2 genehmigen. Der neue Anbieter wird dafür aber ein Fünftel seiner Netzkapazitäten an die Konkurrenz abgeben müssen.

18.06.2014, 12:46 Uhr
o2© Telefónica

Bis zum 3. Juli hat die EU-Kommission noch Zeit, um die Übernahme des Mobilfunk-Netzbetreibers E-Plus durch Telefónica, der Konzernmutter des Konkurrenten o2, zu prüfen. Das "Handelsblatt" berichtet unter Berufung auf zwei mit der Sache vertrauten Personen, dass die Fusion genehmigt werden wird - wenn auch unter hohen Auflagen.

Ein Fünftel des Netzes für die Konkurrenz

Um steigende Preise im deutschen Mobilfunkmarkt zu verhindern, sollen die großen Netzbetreiber durch kleinere Wettbewerber unter Druck gesetzt werden. Dafür wird der neue aus E-Plus und o2 geformte Anbieter Kapazitäten in seinem Netz zur Verfügung stellen müssen.

Laut "Handelsblatt" fordert die EU mindestens 20 Prozent für die Konkurrenz. Telefónica soll bisher nur bereit gewesen sein, sieben Prozent der Netzkapazitäten abzugeben. Um Fakten zu schaffen, wurden auch schon Gespräche mit einigen Service-Providern geführt.

Gespräche mit Freenet, Drillisch, Unitymedia und KabelBW

Die Verhandlungen mit 1&1 sollen aber schon gescheitert sein. 1&1 operiert bereits als mobiler virtueller Netzbetreiber und nutzt Infrastruktur von Vodafone, ergänzt diese aber um eigene Technik. Telefónica soll noch mit Freenet, Drillisch, Unitymedia und KabelBW Gespräche führen.

Der Zusammenschluss von E-Plus und o2 wurde Mitte 2013 eingeleitet, er soll ein Volumen von 8,6 Milliarden Euro haben und zu einer Ersparnis von bis zu 5,5 Milliarden Euro führen. Dafür werden doppelte Funkstationen abgebaut, 200 Shops und einige Callcenter geschlossen. Die Marke E-Plus soll dann verschwinden.

Aus dem Zusammenschluss des dritt- und viertgrößten Mobilfunk-Netzbetreibers würde die neue Nummer eins entstehen, die noch vor Telekom und Vodafone liegt - allerdings nur knapp. Alle drei wären ungefähr gleich groß. In der Diskussion befindet sich noch, ob die Europäische Union einem neuen vierten Netzbetreiber Starthilfe gibt.

(Peter Giesecke)

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