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EU will Kinder vor Handy-Gefahren schützen

Die EU-Kommission prüft die Einführung von Vorschriften zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gefahren durch die Nutzung von Handys.

26.07.2006, 08:17 Uhr
SMS schreiben© Andres Rodriguez / Fotolia.com

Die EU-Kommission prüft die Einführung von Vorschriften zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gefahren durch die Nutzung von Mobiltelefonen. Dafür hat die Behörde eine Konsultation gestartet, um von Eltern, Jugendlichen, der Telefonbranche und Verbänden mehr über mögliche Risiken des Handy-Gebrauchs zu erfahren. Jugendgefährdende oder gar illegale Inhalte per SMS oder Bildnachricht, Kontaktversuche von Pädophilen oder für Kinder unüberschaubare Kosten bereiten Brüssel Sorgen.
Hohe Ziele
Ziel der Befragungen sind möglichst freiwillige Branchenvereinbarungen zur Selbstregulierung. Notfalls erwägt die Behörde aber auch verbindliche Vorschriften.

Die Verbreitung der Mobiltelefone gerade bei den jüngeren Nutzern hat laut Kommission drastisch zugenommen. In Deutschland beispielsweise haben nach von der Behörde zitierten Studien über 90 Prozent der zwölf- bis 19-Jährigen ein eigenes Handy, bei den sechs- bis 13-Jährigen ist es fast jedes zweite Kind. In Großbritannien liegt das durchschnittliche Alter der Kinder, die ein Handy bekommen, bei nur noch acht Jahren.
Zugleich handelt es sich um einen umsatzkräftigen Markt. Gesamtzahlen nannte die Kommission nicht, aber allein für die bei Jugendlichen beliebten individuellen Klingeltöne seien im vergangenen Jahr in Westeuropa annähernd eine halbe Milliarde Euro ausgegeben worden, für Spiele auf dem Mobiltelefon noch einmal mehr als 50 Millionen Euro.
Komplizierte Situation auch für Eltern
Während die technischen Möglichkeiten der Handys und damit auch die Möglichkeiten für die Nutzung kostenpflichtiger Dienste zunehmen, bekämen die Eltern wenig Einblick, wofür die Kinder ihre Handys nutzen und was sie dafür ausgeben, gab die Behörde zu bedenken. Laut einer finnischen Studie würde jedes fünfte Kind zwischen sieben und 15 Jahren niemals mit seinen Eltern über die Handy-Nutzung reden. Bei den voraus gezahlten Prepaid-Karten werde die Ausgabenkontrolle mangels Abrechnung noch schwieriger.
Ein wachsendes Problem sei auch in Mobilfunknetzen die unerbetene Werbung. Die Kommission zitierte eine Studie aus Spanien, wonach 72 Prozent der Minderjährigen auf ihrem Handy bereits eine Spam-SMS fanden, die sie zur Teilnahme an Gewinnspielen aufforderte.

(Hayo Lücke)

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