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EU will Dörfer ans Breitband-Netz bringen

Finanzielle Unterstützung und der Einsatz politische Instrumente sollen mehr Breitbandanschlüsse schaffen und die digitale Kluft zwischen Stadt und Land überwinden.

22.03.2006, 09:01 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Nach dem Willen der Europäischen Komission soll jeder Europäer möglichst bald einen breitbandigen Internetzugang nutzen können. Dazu äußerten sich die zuständigen Kommissarinnen der Europäischen Union heute in Brüssel.
Breitband für alle
Die Kluft zwischen Regionen mit und ohne Breitbandzugängen wird innerhalb der Europäischen Union immer größer. Schätzungen zufolge ist bei rund 60 Millionen Anschlüssen nur jeder vierte Haushalt in der EU mit Breitband versorgt. Deutschland liegt im Vergleich derzeit im Mittelfeld, Tendenz fallend. Gerade in ländlichen Gebieten schreckt die geringe Bevölkerungsdichte Unternehmen ab, da ein Ausbau von Breitbandnetzen dort mit höheren Investitionen und einer geringeren Rendite als in Großstädten verbunden ist.
"Breitband-Internet-Anschlüsse sind Voraussetzung für den elektronischen Geschäftsverkehr sowie für Wachstum und Beschäftigung in der gesamten Wirtschaft", sagte EU-Kommissarin Viviane Reding. Die EU werde deshalb alle politischen Instrumente einsetzen, um die Kluft in der Breitbandversorgung zu überwinden. Wenn alle 25 Mitgliedstaaten der EU ihre politischen Instrumente geschickt nutzen, dann werde Breitband für alle Europäer bis 2010 kein Traum bleiben.
Geld für den ländlichen Ausbau
Wettbewerbskomissarin Neelie Kroes möchte mit staatlichen Beihilfen den Breitbandmarkt außerhalb von Großstädten fördern: "Die Einführung von Breitband kann durch das Versagen des Marktes in ländlichen und abgelegenen Gebieten behindert werden. In solchen Fällen können sich daher gezielte staatliche Beihilfen anbieten". Das könnten beispielsweise Partnerschaften zwischen Privatunternehmen und der öffentlichen Hand sein. Das dürfe aber nicht dazu führen, dass private Initiativen unterdrückt werden oder der Wettbewerb verzerrt wird.
Um neue Anreize für Investitionen und Innovationen zu schaffen soll nun Geld in milliardenhöhe aus den Strukturfonds der EU zunehmend in neue Techniken für die Versorgung ländlicher Gebiete eingesetzt werden. Die Telekom-Vorschriften der EU öffnen darüber hinaus die regionalen und lokalen Märkte den Breitbandanbietern, die Ihre Investitionen am effizientesten einsetzen.

(Sebastian Klein)

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