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EU und Südkorea wollen 5G-Netze vorantreiben

LTE ist noch nicht überall verfügbar, da ist es auch schon fast wieder überholt. Der neue Mobilfunk-Hype heißt 5G. Die EU setzt auf den neuen Mobilen Datenturbo - und holt Südkorea mit ins Boot.

16.06.2014, 14:49 Uhr (Quelle: DPA)
Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com

Bei der Entwicklung von Mobilfunknetzen der nächsten Generation (5G) will die Europäische Union enger mit Südkorea zusammenarbeiten. Ziel sei es, gemeinsame Forschung zu betreiben und zusammen auf globale Standards hinzuarbeiten, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung für eine strategische Kooperation, die am Montag in Seoul unterzeichnet wurde. Die Seiten seien sich zudem einig, dass die Einigung auf ein einheitliches Frequenzband zur Vorbereitung auf globale Standards bis 2015 beschleunigt werden müsse.

Spielfilme ruckzuck aufs Handy laden

Die 5G-Netze sollen die Nachfolge des heute schnellsten Datenfunk-Standards LTE antreten, der noch nicht überall verfügbar ist. Die Entwicklung steht erst am Anfang, die technischen Details sind noch völlig offen. Klar ist allerdings, dass die 5G-Netze extreme Datenmengen umschlagen und sehr flexibel sein müssen.

Die EU will bei der Entwicklung der neuen Datenfunk-Technik eine führende Rolle spielen. Experten rechnen damit, dass der neue Standard von 2020 an eingeführt werden könnte. Ein kompletter Spielfilm etwa soll dann binnen weniger Sekunden auf ein Smartphone oder Notebook übertragen werden. "5G wird nicht nur schneller sein, es wird auch neue Funktionalitäten und Anwendungen mit hohem sozialen und wirtschaftlichen Wert bringen", betonte die EU-Kommission.

5G werde das neue "Lebenselixir der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft sein", wurde die Vizepräsidentin der EU-Kommission für die digitale Agenda, Neelie Kroes, zitiert. Es sei das erste Mal überhaupt, dass sich öffentliche Behörden in Zusammenarbeit mit der privaten Industrie zusammengeschlossen hätten, um den Prozess der Standardisierung voranzutreiben. Der sogenannten 5G-Infrastruktur-Vereinigung der EU gehören unter anderem die Deutsche Telekom, Alcatel-Lucent, Atos, Ericsson und Nokia an.

Tests ergaben mehr als 1 Gigabit pro Sekunde

Auf südkoreanischer Seite unterzeichnete Wissenschaftsminister Choi Mun Kee das Abkommen mit der EU. Die gemeinsamen Forschungsprojekte sollen 2016 auf den Weg gebracht werden. Kroes hatte im Februar angekündigt, dass die EU die Forschung und Entwicklung mit rund drei Milliarden Euro unterstützt werde.

Südkorea gilt auf dem Gebiet des Mobilfunks als ein Vorreiter. Der Smartphone-Weltmarktführer Samsung hatte im vergangenen Jahr erklärt, erste Fortschritte bei der Entwicklung eines 5G-Netzes erzielt zu haben. Dabei sei in einer Testumgebung bei der Übertragung von Daten eine Geschwindigkeit von mehr als einem Gigabit pro Sekunde erreicht worden. Das ist etwa das Zehnfache der Geschwindigkeit in einem LTE-Netz. Auch die europäischen Netzausrüster arbeiten unter Hochdruck an der Entwicklung der Zukunftstechnik.

(Dorothee Monreal)

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