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EU stemmt sich gegen die Telekom

Übernahme des österreichischen Mobilfunk-Anbieters Tele.ring droht einem Pressebericht zufolge am Widerstand aus Brüssel zu scheitern.

20.02.2006, 09:53 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die milliardenschwere Übernahme der österreichischen Mobilfunkfirma Telering durch die Deutsche Telekom droht laut einem Pressebericht am Widerstand aus Brüssel zu scheitern. In einem bislang geheim gehaltenen Zwischenbericht bezeichne die EU-Kommission den Erwerb als nach derzeitigem Kenntnisstand "unvereinbar" mit den Marktregeln der Europäischen Union, schreibt die "Financial Times Deutschland (Montagausgabe).
Die Übernahme würde den Wettbewerb auf dem österreichischen Mobilfunkmarkt "erheblich behindern", zitiert das Blatt weiter aus dem Bericht, der den Angaben zufolge an die Telekom-Tochter T-Mobile und den Telering-Eigentümer Alltel versandt wurde. Weil mit Telering ein preisaggressiver Wettbewerber wegfallen würde, befürchte die Kommission ein höheres Preisniveau im österreichischen Mobilfunk.
Die Deutsche Telekom hatte den Kauf des österreichischen Unternehmens für 1,3 Milliarden Euro im vergangenen August angekündigt. Der geplante Erwerb ist Teil der Telekom-Strategie, ihr Mobilfunkgeschäft in Mittel- und Osteuropa auszubauen. Auf dem hart umkämpften Markt in Österreich hätte der Bonner Konzern seinen Marktanteil durch die Übernahme von Telering von 23 Prozent auf 35 Prozent ausgebaut.
Die EU-Kommission zeigte sich laut "FTD" besorgt darüber, dass die Deutsche Telekom dann gemeinsam mit dem Ex-Monopolisten Telekom Austria mehr als drei Viertel des Mobilfunkmarkts in Österreich kontrollieren würde.
Fraglich ist auch, was mit Tele.ring-Chef Michael Krammer im Falle eines Veto aus Brüssel geschieht. Eigentlich war er schon als künftiger Chef von E-Plus ausgerufen worden, allerdings soll er seinen Job erst dann bei dem Düsseldorfer Mobilfunker antreten, wenn die Tele.ring-Übernahme in trockenen Tüchern ist.

(Hayo Lücke)

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