News

EU sagt Nein - Oracle darf Sun nicht übernehmen

Die Brüsseler Behörde sieht den Wettbewerb vor allem dadurch bedroht, dass Oracle mit der Übernahme auch die Software MySQL bekommt.

10.11.2009, 08:31 Uhr (Quelle: DPA)
Netzwerk© TheSupe87 / Fotolia.com

Die EU-Kommission hat sich offiziell gegen die Übernahme des Server-Spezialisten Sun Microsystems durch den Software-Riesen Oracle gestellt. Die Kommission befürchte vor allem einen Rückschlag für den Wettbewerb im Datenbanken-Bereich, wie Oracle und Sun am Montag mitteilten.
Oracle will kämpfen
Oracle warf der Kommission im Gegenzug vor, den Markt für Computer-Datenbanken nicht zu verstehen und kündigte Widerstand an. Das US-Finanzministerium hatte die 7,4 Milliarden Dollar schwere Übernahme bereits gebilligt.
Ein Sprecher von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes wies Oracles Vorwürfe als "oberflächlich und vordergründig" zurück. "Wir haben eine Reihe von Beschwerden von Kunden bekommen und müssen diesen nachgehen", sagte er am Dienstag in Brüssel. "Oracle ist Marktführer bei Computer-Datenbanken und MySQL bei der quelloffenen Software." Dadurch könnte es zu zu starken Einschränkungen beim Wettbewerb kommen. So wäre Oracle der alleinige Markeninhaber des Quellcodes.
Knackpunkt MySQL
Die ablehnende Haltung der EU-Kommission war absehbar, nachdem sie bereits in den vergangenen Wochen Bedenken gegen den Deal angemeldet hatte. Die Brüsseler Behörde sieht den Wettbewerb vor allem dadurch bedroht, dass Oracle mit der Übernahme auch die Software MySQL bekommt.
Oracle hat nun Zeit bis Mitte Januar, die Bedenken auszuräumen. Das Unternehmen betont, dass MySQL eine quelloffene Software sei und deshalb von niemandem kontrolliert werden könne. Außerdem gebe es im Datenbanken-Markt weltweit mindestens acht starke Wettbewerber, darunter auch IBM und Microsoft.

(Hayo Lücke)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang