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EU plant Zölle für funktionsreiche Handys

Wie der Bitkom-Verband mitteilt, würde die EU Mobiltelefone mit Funktionen wie DVB-T-Empfang oder Navigation gerne mit Importabgaben belasten.

12.02.2009, 14:16 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Wenn es nach aktuellen Plänen der EU ginge, würden für Handys mit großem Funktionsumfang künftig Importabgaben fällig werden. Dies teilte der Hightech-Verband Bitkom mit.
Vom Handy zum Fernseher
Die Zölle sollen für Mobiltelefone mit Features wie zum Beispiel einem DVB-T-Empfänger und mindestens neun Zentimetern Bildschirmdiagonale, einer GPS-Navigationslösung oder auch einer leistungsstarken Kamera erhoben werden. Letztgenanntes treffe auf Geräte mit Kamera mit optischem Zoom zu, auch die Aufzeichnung von Videos zusammen mit mindestens 16 Gigabyte internem Speicher reicht aus, damit Zölle erhoben werden. Die vielseitigen Handys würden dann als abgabenpflichtige Digitalkamera oder Fernseher eingestuft und mit 14 Prozent Zoll belastet. Gilt das Telefon als Navigationsgerät, fallen 3,7 Prozent an. Aktuell müssten für Handys grundsätzlich keine Importzölle gezahlt werden.
Zoll als Bremse
Nach Auffassung der Bitkom soll dies auch so bleiben: Der Verband fordert die Bundesregierung nun dazu auf, die Brüsseler Pläne abzulehnen. "Die Abgaben würden die Geräte massiv verteuern und die Verbreitung technischer Neuerungen bremsen", sagt Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. Zudem entspreche eine derartige Klassifizierung nicht der Hauptfunktion von Handys: telefonieren. Darüber hinaus würden die Zusatzfunktionen die Nutzung des mobilen Internets ankurbeln. "Dieser Wachstumsmarkt darf nicht durch Zölle abgewürgt werden", so Scheer.
Dem Branchenverband zufolge findet in dieser Woche ein Treffen in Brüssel statt, bei dem sich Vertreter der Mitgliedsstaaten über den Vorschlag beraten.

(Saskia Brintrup)

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