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EU-Minister einig über Roaming-Preise

Maximal 50 Cent pro Minute sollen die Netzbetreiber künftig verlangen dürfen. Darauf haben sich die Minister der EU heute auf der CeBIT geeinigt.

15.03.2007, 18:15 Uhr
CeBIT© CeBIT

Die Minister der EU haben sich bei ihrem Treffen am Rande der CeBIT am heutigen Donnerstag darauf geeinigt, Preis-Obergrenzen für Handygespräche festzulegen, die in ein anderes EU-Land führen. Handytelefonate zwischen EU-Mitgliedsländern könnten somit nun doch bereits in diesem Sommer deutlich billiger werden.
Obergrenze 50 Cent
"Wir sind auf dem Weg, die Regulierung noch vor Ende der deutschen Ratspräsidentschaft durchzusetzen", sagte EU-Medienkommissarin Viviane Reding. Sie betonte, die Regulierung werde eine Erfolgsgeschichte für die deutsche Ratspräsidentschaft. Reding nannte auch konkrete Preise für im Ausland abgehende Anrufe: Als Obergrenze hätten sich die Minister auf 50 Cent pro Minute geeinigt. Dies sei der höchste eingebrachte Vorschlag gewesen, das EU-Parlament hatte gestern sogar 42 Cent als maximale Gebühr gefordert.
"Die aktuellen Roaming-Tarife liegen deutlich über den tatsächlichen Kosten", monierte die EU-Komissarin und ließ keinen Zweifel daran, dass ihrer Meinung nach an einer Regulierung kein Weg mehr vorbei führt. Oft würden die Verbraucher erst nach dem Urlaub erfahren, was die Auslandsgespräche mit dem Handy gekostet hätten, kritisierte auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos bei der gemeinsamen Pressekonferenz. "Wir wollen den Wettbewerb durch die Regulierung nicht ersetzen, sondern zusätzlich anregen", betonte Glos.
Rasche Verordnung gefordert
Jetzt soll dies nach den Vorstellungen der Kommissarin auch möglichst schnell bis Ende Juni mit einer Verordnung in die Praxis umgesetzt werden. Eine Verordnung würde sofort nach Erlass verbindlich in allen 27 EU-Mitgliedsstaaten gelten. Die 140 Millionen europäischen Handykunden, die derzeit Roaming-Tarife von bis zu drei Euro pro Minute hinnehmen müssen, könnten dann aufatmen.

(Denise Bergfeld)

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