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EU-Millionenstrafe nach Browser-Panne: Aktionärin verklagt Microsoft-Spitze

"Technischer Fehler" mit teurer Wirkung: Weil Käufer von Windows-Rechnern fast ein Jahr lang kein Auswahlfenster für freie Browserwahl angezeigt bekamen, forderte die EU von Microsoft die Rekordsumme von 731 Millionen US-Dollar. Eine Microsoft-Aktionärin will nun Schuldige sehen: Sie zieht gegen die damalige Führungsetage des Konzerns vor Gericht.

21.04.2014, 10:01 Uhr
Microsoft© Microsoft

Nach einer EU-Rekordstrafe von 731 Millionen US-Dollar (530 Millionen Euro) für einen Verstoß gegen die Auflage der freien Browser-Wahl in neuen Windows-Installationen droht Microsoft nun Ungemach aus den eigenen Reihen: Aktionärin Kim Barovic verklagt der Nachrichtenagentur Reuters zufolge das zuständige Gremium mit der Begründung, man habe die Affäre mit dem "technischen Problem" nicht korrekt gemanagt. Ihre Finger zeigen offenbar auch auf Ex-Chef Steve Ballmer und Firmen-Ikone Bill Gates.

Keine Wahl: "Panne" mit teuren Folgen

Hintergrund: 2009 versprach der Konzern, eine EU-Auflage zu erfüllen, der zufolge europäische Microsoft-Kunden ihren Internet-Browser frei wählen können müssen. Der Nutzer sollte dafür nach dem ersten Hochfahren des PCS ein Auswahlfenster mit verschiedenen Browsern sehen ("Ballot Screen"). Allerdings wurde die Auflage zwischen Mai 2011 und Juli 2012 nicht umgesetzt. In der Folge verhängte die EU die Millionenstrafe.

Ursache des Fehlers war nach Microsoft-Angaben eine technische Panne beim Update auf Windows 7. Laut EU-Kommission hätten im genannten Zeitraum rund 15 Millionen Windows-Nutzer nicht auf die Browser-Wahl zugreifen können. Microsoft sieht die Klage dennoch gelassen: Man habe keine Anhaltspunkte dafür finden können, dass diese berechtigt sei, erklärte das Unternehmen in einer schriftlichen Stellungnahme.

(Dorothee Monreal)

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