Internet der Dinge

EU-Kommission will europäisches Sicherheitszertifikat für vernetzte Geräte

Angriffe auf vernetze Geräte sind derzeit laut EU-Kommission noch zu einfach. Brüssel drängt nun auf einheitliche europäische Sicherheitszertifikate. Verbraucher sollten mehr auf Sicherheit achten.

Europäische Union© mik ivan / Fotolia.com

Brüssel - Für Autos oder Haushaltsgeräte mit Internetanschluss soll es nach dem Willen der EU-Kommission künftig einheitliche europäische Sicherheitsstandards geben. Ähnlich wie bei Lebensmitteln könnten Verbraucher durch Sicherheitszertifikate erkennen, ob Produkte europäische Standards erfüllen, erklärte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel. Auch für wichtige Infrastruktur wie Energie- und Verkehrsnetze gäbe es solche Zertifikate.

Brüssel will EU-Agentur für Cybersicherheit stärken

Die Bescheinigungen wären EU-weit gültig, aber nicht zwingend vorgeschrieben, hieß es. Sie sollen von der EU-Agentur für Cybersicherheit in Griechenland entwickelt werden, die den Plänen zufolge gestärkt werden soll. Dies bedarf aber noch der Zustimmung der EU-Staaten und des Europaparlaments.

Sechs Milliarden vernetzte Geräte in der EU bis 2020

Im "Internet der Dinge" werden immer mehr Geräte mit dem Internet und miteinander verbunden. So lässt sich etwa die Heizung von unterwegs steuern. Bis zum Jahr 2020 dürfte es nach Einschätzung des zuständigen Vizepräsidenten der EU-Kommission, Andrus Ansip, um die sechs Milliarden vernetzte Geräte in der EU geben. Nach Angaben seiner Behörde entstehen dazu aktuell schon verschiedene Sicherheitsstandards auf nationaler Ebene. So gebe es etwa für intelligente Stromzähler, die den Verbrauch an im Tagesverlauf schwankende Preise anpassen, bereits unterschiedliche Zertifizierungsverfahren in Deutschland, Großbritannien und Frankreich.

Verbraucher sollen bei vernetzten Geräten auf Sicherheit achten

Derzeit sei es viel zu einfach, vernetzte Geräte anzugreifen, warnte Ansip. Der Großteil der Attacken ließe sich aber abwenden, wenn Verbraucher bei ihren Geräten ebenso auf Sicherheit achteten wie bei ihren Computern. Das sei eine Frage der "Cyberhygiene", sagte er - ebenso natürlich wie heute das Händewaschen vor dem Essen.

Jörg Schamberg / Quelle: DPA

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