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EU-Kommission gibt Telekom grünes Licht für Vectoring

Die Deutsche Telekom kann in Kürze damit beginnen, ihr Netz mit der Vectoring-Technik auszubauen. Die EU-Kommission habe einen Vorschlag der Bundesnetzagentur zur Bündelung des TAL-Kabels grundsätzlich gebilligt, so ein Sprecher der Bonner Behörde am Mittwoch.

21.08.2013, 12:46 Uhr (Quelle: DPA)
Europa © finecki / Fotolia.com

Der Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes der Deutschen Telekom steht kurz bevor. Die Europäische Kommission habe die Sonderregeln für den notwendigen Einsatz der sogenannten Vectoring-Technik grundsätzlich gebilligt, sagte ein Sprecher der Bundesnetzagentur am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Die Kommission habe keine ernsthaften Bedenken gegen den Vorschlag der Netzagentur, der die Bündelung des Kabels auf der "letzten Meile" zum Kunden erlaubt. Die endgültige Entscheidung werde noch im August kommen, sagte der Sprecher.

Höhere Transferraten anvisiert

Im April hatten die Bonner einen ersten Entscheidungsentwurf vorgelegt, der Anfang Juli noch einmal überarbeitet und ergänzt wurde. Danach kann die Telekom ihren Wettbewerbern den Zugang zur "letzten Meile", der Teilnehmeranschlussleitung (TAL), unter bestimmten Bedingungen verweigern, damit sie oder ein Konkurrent das Kabel zu einer besonders leistungsfähigen Leitung (Vectoring) schmieden kann. Mit der Bündelung sind im Kupfernetz höhere Übertragungsraten als mit VDSL möglich. Der Einsatz der Vectoring-Technik soll Downloads mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und Uploads mit bis zu 40 Mbit/s ermöglichen. Nachteil ist allerdings, dass mit Vectoring eine gleichzeitige Nutzung durch mehrere Anbieter ausgeschlossen ist.

Voraussetzung für das Aussperren von Konkurrenten ist, dass es in dem Gebiet bereits ein zweites Festnetz gibt. Außerdem muss die Telekom mehr TAL erschlossen haben als ein Wettbewerber und den Konkurrenten als Ersatz einen alternativen Zugang (Bitstromprodukt) anbieten. "Leitgedanke der Entscheidung ist, Vectoring für alle Marktakteure zu ermöglichen und so den Breitbandausbau im Wettbewerb voranzutreiben", hatte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, im April gesagt.

(Christian Wolf)

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