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EU-Komission: Jeder Europäer kann jetzt Breitband nutzen

Nach Angaben der EU-Komission steht nun europaweit Sat-Internet mit Bandbreiten von bis zu 20 Mbit/s zur Verfügung. Ein neues Info-Portal der EU informiert über die Breitbandabdeckung in allen EU-Staaten.

17.10.2013, 15:49 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Die EU-Kommission feiert einen Meilenstein: In allen 28 EU-Mitgliedsstaaten habe nun jeder Europäer die Möglichkeit einen Breitband-Internetzugang zu nutzen. Mancher Leser wird sich verwundert fragen: "Sind die 'weißen Flecken', die kaum oder gar nicht mit Breitband versorgten Regionen, über Nacht von der Landkarte verschwunden?" Natürlich sind zahlreiche EU-Staaten von einer hundertprozentigen Breitband-Abdeckung noch weit entfernt. Drei Millionen Europäer haben immer noch keinen Zugang zu terrestrischem oder mobilem Breitband-Internet. Stattdessen verweist Neelie Kroes, EU Vize-Präsidentin und zuständige Kommissarin für die Digitale Agenda, auf die nun erreichte EU-weite Verfügbarkeit von satellitenbasierten Highspeed-Internetzugängen. Als letzte EU-Staaten ermöglichen nun auch Estland, Lettland und Litauen ihren Bürgern über Service-Provider den Zugriff auf Sat-Internet.

Neues Portal informiert über Sat-Internet

Über Satellit stehen Bandbreiten von bis zu 20 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Downstream und bis zu 6 Mbit/s im Upstream bereit. Jeder Europäer habe laut Kroes nun die Möglichkeit, Breitband zu nutzen: "Wir müssen noch mehr tun, um die Netzwerke zu verbessern und die Möglichkeiten für alle anzugleichen, aber die Möglichkeit ist da", betont Kroes.

Die ESOA, ein Zusammenschluss europäischer Satellitenbetreiber, hat mit Unterstützung der Europäischen Kommission die Webseite www.broadbandforall.eu gestartet, auf der sich Interessenten über die jeweilige Breitbandabdeckung in ihrem Land informieren können. Außerdem wird auf die jeweiligen nationalen Service-Provider verlinkt, die Internet über Satellit anbieten. Laut dem neuen Info-Portal kommt Deutschland auf eine Breitband-Abdeckung von 97 Prozent, wohingegen Polen lediglich eine Abdeckung von 69 Prozent vorweisen kann.

"Satellitenbasierte Breitband- und TV-Übertragungsdienste können im Gegensatz zu terrestrisch-basierten Diensten sofort selbst die entferntesten Gemeinschaften erreichen und stellen Haushalten hochvolumige Daten- und TV-Übertragungen in urbanen und suburbanen Gegenden bereit, in denen eine terrestrische Zulieferung unzureichend ist", erläutert Eutelsat-Chef und ESOA-Vorsitzender Michel de Rosen.

Kroes: Fokus liegt nun auf dem Auf- und Ausbau schneller Netzwerke

Ende 2012 hatten 99,4 Prozent der EU-Haushalte Zugang zu terrestrischen oder mobilen Breitband-Zugängen, darunter auch 96,1 Prozent der Haushalte in ländlichen Regionen. Nun könnten auch die rund drei Millionen Haushalte ohne solche Zugangsmöglichkeiten per Satellit Highspeed-Internet nutzen. "Die EU ist technologieneutral, aber für diejenigen in den am stärksten isolierten Regionen ist der Sat-Zugang eine gute Wahl, um verbunden zu bleiben; und es wird wahrscheinlich auch so bleiben", betont die EU-Vizepräsidentin.

Die nun erreichte Basis-Breitbandabdeckung für alle EU-Bürger sei laut Kroes jedoch nicht der letzte Schritt. "Europa braucht Verbindungen mit Lichtgeschwindigkeit. Wir können nicht einige Unternehmen und Bürger zurücklassen", sagt Kroes. Der Fokus müsse sich nun auf Investitionen in neue, schnelle Netzwerke richten.

(Jörg Schamberg)

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