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EU drückt Roaming-Preise bis 2014 weiter

Update: Für Anrufe mit einem deutschen Handy aus einem anderen EU-Land sollen bis zum Jahr 2014 nur noch 24 Cent pro Minute anfallen, für eingehende Anrufe 10 Cent.

06.07.2011, 12:22 Uhr (Quelle: DPA)
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Die EU-Kommission will Handy-Gespräche und mobiles Internet im EU-Ausland weiter billiger machen. Einen entsprechenden Vorschlag legte EU-Kommissarin Neelie Kroes am Mittwoch vor. Brüssel hatte zuletzt darauf gesetzt, dass die Jahr für Jahr verordneten Preisobergrenzen für die sogenannten Roaming-Gebühren den Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt in Gang bringen würden. Doch die Verbraucherpreise blieben für Urlauber und Geschäftsreisende im EU-Ausland hartnäckig nur knapp unter den aus Brüssel diktierten Obergrenzen.

Plan: zweiter Anbieter frei wählbar

Roaming-Gebühren fallen für Gespräche an, die ein Handy-Besitzer außerhalb des eigenen Netzes im Ausland führt. Laut Vorschlag sollen Verbraucher künftig zwei Handy-Verträge abschließen können - einen mit ihrem Anbieter Zuhause und einen zweiten für Reisen ins EU-Ausland. Im besten Fall soll der zweite Vertrag deutlich billigere Roaming-Dienste zulassen. Ihre Nummer sollen Kunden behalten können.

Neue Roaming-Preissenkung bis 2014

Bis Verbraucher tatsächlich von mehr Wettbewerb und billigeren Preisen profitieren, will die Kommission Betreiber aber weiter zu Preisobergrenzen verpflichten - als "Sicherheitsnetz" bis 2016. Für Anrufe mit einem deutschen Handy aus einem anderen EU-Land sollen ab 2014 noch 28,6 Cent pro Minute anfallen, für eingehende Anrufe 11,9 Cent. "Heute funktioniert der Markt nicht", sagte EU-Kommissarin Kroes am Mittwoch in Brüssel. Zu viele Urlauber schalteten aus Angst vor hohen Telefonrechnungen ihr Handy aus, wenn sie Grenzen überschreiten. Das müsse aufhören. "Ein Mobiltelefon muss mobil sein."


Preise ab 2012 sind noch nicht verbindlich beschlossen. Tabelle: onlinekosten.de

Erstmals soll es gedeckelte Preise für das mobile Internet geben. Verbraucher, die im EU-Ausland also E-Mails oder Webseiten über ihr Handy aufrufen, sollen von Juli 2012 an pro Megabyte (MB) maximal 1,07 Euro zahlen. Bis 2014 soll der Höchstpreis auf 59 Cent pro MB fallen. Bei einzelnen deutschen Providern sind sogar Preise von bis zu 20 Euro pro MB üblich. Die Abrechnung soll künftig in Kilobyte-Schritten erfolgen.

Der eingereichte Vorschlag wird zur Annahme an das Europäische Parlament und den EU-Ministerrat weitergeleitet.

(Hayo Lücke)

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