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Eternal Forces: Töten im Autrag des Herrn

In den USA ist den evangelikale Christen kein Weg zuwider, um ihre Wertevorstellung zu vermitteln. So auch im Computerspiel Eternal Forces.

16.12.2006, 13:01 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Während in Deutschland eifrig über ein eventuelles Verbot von Killerspielen diskutiert wird, sorgt in den USA ein neues Computerspiel für Aufregung. Das Echtzeit-Strategie-Spiel "Eternal Forces" soll als Propaganda der christlichen neuen Rechten dienen.
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Das Spiel basiert auf der in den USA sehr erfolgreichen Buchserie "Left Behind". Dort beschreiben die Autoren ein Endzeit-Szenario, wie es nach der Glaubenslehre der evangelikalen Christen eintreten könnte: Die gläubigen Christen hat Gott zu sich in den Himmel aufgenommen. Die Ungläubigen bleiben dagegen auf der Erde zurück, wo sie die Schlacht gegen das Böse antreten müssen.
In diesen Kampf taucht der Spieler im Computerspiel ein. Aus der Vogelperspektive steuert er seine Truppen und muss die teuflischen Truppen missionieren oder auch töten. Nach dem Töten heißt es beten: Verletzte Kämpfer können ihre Stärke durch Gebete wiedererlangen. Nach Ansicht der Macher verbringen Spieler mit "Eternal Forces" eine "großartige Zeit" und beschäftigen sich gleichzeitig mit "Dingen von anhaltender Bedeutung". Die Fachpresse bescheinigt dem Spiel dagegen weniger gute Kritiken: IGN.com vergab lediglich 5,9 von 10 Punkten.
"Positive Werte" vermittelt
Das Spiel gibt es seit dem 11. November in den USA zu kaufen. Das ESRB (Entertainment Software Rating Board) - ähnlich der USK in Deutschland - vergab das Teen Rating für "Eternal Forces". Dementsprechend ist das Spiel in den USA ab 13 Jahren freigegeben. Die Macher hatten das nicht anders erwartet, wie Troy London, CEO von Left Behind Games Inc., auf der Homepage des Spiels kommentiert. Schließlich vermittle das Spiel positive Werte; es fließe kein Blut und es gebe keine ungeeigneten Inhalte, so London. Ob "Eternal Forces" auch in Deutschland auf den Markt kommt, steht noch nicht fest.
Die rund 20 Millionen Anhänger der evangelikalen Rechten vertreten auch in der Politik überwiegend die Wertevorstellungen der konservativen Rechten, indem sie sich beispielsweise strikt gegen Abtreibung aussprechen, die Evolutionstheorie aus dem Schulunterricht verbannen wollen und die globale Erwärmung leugnen. Das christliche Killerspiel verkauft sich in den USA offenbar bestens.

(Klaus Wiesen)

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