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Erster Eindruck: Apples Safari auf dem Windows-PC

Mit dem Apfel ins Internet: Am Montag gab Apple den Startschuss für die Windows-Variante von Safari. Kann der neue Browser überzeugen? Wir haben Safari Beta einem ersten Test unterzogen.

15.06.2007, 15:31 Uhr
Apple© Apple

Bei der jährlichen Entwicklerkonferenz am vergangenen Montag ließ Apple nicht nur den Leoparden aus dem Sack, sondern startete auch einen Angriff auf Microsofts Internet Explorer. So steht nun der Browser Safari erstmals auch für Windows-Betriebssysteme bereit und bringt ein bisschen Apple-Feeling auf den XP- oder Vista-Rechner. Apple-Chef Steve Jobs bezeichnete den neuen Safari als den "innovativsten" und "schnellsten" Browser auf Windows und gab damit einen weiteren Grund zu einem ersten Test.
Public Beta
Safari 3 steht seit Montag als öffentliche Beta-Version bereit. Wie Apple mitteilte, wurde der Browser in den ersten 48 Stunden nach dem Launch bereits mehr als eine Millionen Mal heruntergeladen. Dabei handelte es sich noch um die erste Version, denn am Donnerstag schob Apple nach nur drei Tagen das erste Update auf Version 3.01 nach, mit der drei sicherheitsrelevante Fehler ausgebügelt wurden. So werden nun URLs sorgfältiger überprüft, zuvor konnten Angreifer offenbar über präparierte Websites Code einschleusen und ausführen.
Ein weiterer Fehler im Speicher konnte den Browser zum Komplett-Absturz zwingen oder die Ausführung von fremden Codes ermöglichen. Zudem konnten Angreifer eine weitere Lücke auszunutzen: Mit manipulierten Hyperlinks konnten ahnungslose Nutzer auf eine verseuchte Website gelockt werden, um so ihre geheimen Daten wie beispielsweise Passwörter auszuspionieren.
Safari mit Hindernissen
Die Installation des Browser-Neulings ging unter Windows XP zügig vonstatten und er ließ sich auch ohne Neustart des Betriebssystems öffnen. Einen gesonderten Ladebalken gibt es nicht, stattdessen zeigt die Adressleiste den Fortschritt an. Diese kann in der Breite individuell angepasst werden. Doch schon bald offenbarten sich erste schwere Probleme: Während sich die Apple-Startseite noch reibungslos anzeigen lässt, kämpft Safari bei anderen Internetseiten mit großen Darstellungsproblemen. So fehlen teilweise Textteile, wenn diese fett oder kursiv hervorgehoben sind, und Designelemente werden fehlerhaft dargestellt. Je nach Website sind die Probleme mehr oder weniger gravierend.
Probleme mit den Lesezeichen
Einige User berichten zudem, dass Safari jegliche Eingaben in die Adressleiste verweigert und den eingetippten Text nicht anzeigt. Ein Klick auf das Bookmark-Symbol führte in unserem Test zum abrupten Ende der Internet-Safari, ebenso ein Versuch, eine Internetseite zu den Lesezeichen hinzuzufügen. Einige der Fehler scheinen Forenberichten zufolge nur bei deutschen Windows-Systemen aufzutauchen.
Der vorab versprochene Geschwindigkeitsrausch bleibt im direkten Vergleich mit dem Firefox 2.0 aus. Apple preist Safari 3 zwar als doppelt so schnell wie den Internet Explorer 7 und bis zu 1,6 Mal schneller als den Firefox-Browser an. Diese Angaben beruhen allerdings auch auf Messwerten mit einem 2,16-Gigahertz-iMac.
Langsam und instabil
Ebenso wie der Firefox erlaubt auch Safari das so genannte Tabbed Browsing, mit dem sich mehrere Webseiten in einem Fenster öffnen lassen. Wie beim Firefox 2.0 lässt sich jedes Tab einzeln schließen. Mit "Private Browsing" kann im Internet gesurft werden, ohne dass der Verlauf, Cookies oder Formulardaten gespeichert werden. Um den Nutzern mehrmaliges Zurückklicken oder die Suche nach dem Home-Button zu ersparen, hat Apple "SnapBack" integriert. Per Mausklick kann der Nutzer so jederzeit wieder zu einem festgelegten Ankerpunkt zurückkehren. Dies hat im Test einwandfrei funktioniert.
Insgesamt lässt sich sagen, dass Safari derzeit noch recht instabil läuft, auch das schicke, edle Design kann darüber nicht hinweg täuschen. Auf Klicks mit den Vor- und Rücktasten an der Maus reagierte der Browser im Test überhaupt nicht. Für eine Dauer-Safari durch das Internet ist der Browser noch nicht zu empfehlen, allerdings ist bei einer Beta-Version immer mit Fehlern zu rechnen. Safari 3 steht auf der Apple-Website für Windows XP und Vista zum Download bereit. Apple empfiehlt 256 Megabyte (MB) Arbeitsspeicher und einen Prozessor mit einer Taktfrequenz von 500 Megahertz (MHz) als Mindestkonfiguration.

(Saskia Brintrup)

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