Dreiste Masche

Erpressersoftware bietet Opfern Chat-Support an

Eine neue Version der Ransomware JIGSAW ist mit einem Chat-Support ausgestattet. Wer Probleme hat das Lösegeld zu bezahlen, kann sich so "helfen" lassen. Sicherheitsexperten raten, nicht auf die Forderung einzugehen.

Marcel Petritz, 13.06.2016, 12:15 Uhr
Virus© pixel dreams / Fotolia.com

Hallbergmoos - Die Hintermänner hinter Erpressersoftware (Ransomware) werden zunehmend dreister. Eine neue Version der Crypto-Ransomware JIGSAW bietet nun auch einen "After-Sales-Support", wie das japanische IT-Sicherheitsunternehmen Trend Micro mitteilt.

Support per Live-Chat

Die Drohung der Software: Wer nicht zahlt, verliert seine Daten. Der Schaden wird dabei mit der Zeit immer größer, der Nutzer soll so in Panik versetzt werden. Dies nutzen die Cyberkriminellen aus. Für den anonymen Geldtransfer setzen die Angreifer meist auf die digitale Währung Bitcoin. Wo und wie man diese beschafft, dürfte aber nicht zum PC-Allgemeinwissen gehören. Also bietet JIGSAW Opfern seit kurzem einen Support per Live-Chat an und hilft bei Fragen, wie sich das geforderte Lösegeld am einfachsten und schnellsten bezahlen lässt. Damit sollen die Umsätze der kriminellen Hintermänner maximiert werden. Die neue JIGSAW-Variante benutzt dabei die allgemein erhältliche Chatplattform "onWebChat ".

Wirtschaftliche Gründe

Sicherheitsexperte Udo Schneider bei Trend Micro: "Der technische Aufwand wird immer auf die Zielgruppe und das mögliche Umsatz- und Gewinnpotenzial abgestimmt. Im vorliegenden Fall mag es zum Beispiel lohnender sein, eine eigene oder gemietete Chat-Support-Mannschaft zu bezahlen, als weiter in die Technik zu investieren – was zu einem späteren Zeitpunkt natürlich nicht auszuschließen ist. Und ich fürchte, mit dieser Taktik werden die JIGSAW-Hintermänner erfolgreich sein und wohl auch in naher Zukunft Nachahmer finden."

Trend Micro empfiehlt den Einsatz einer aktuellen Antiviren-Software und regelmäßig Backups anzulegen. Im Fall einer Infizierung durch Ransomware sollte der Nutzer zudem auf keinen Fall zahlen.

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