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Ericsson: Fernsehen über LTE-Netze per eMBMS

Die LTE-Netze lassen sich nicht nur für das mobile Internet nutzen. Ericsson präsentiert auf dem MWC in Barcelona die neue eMBMS-Technologie, mit der sich TV- und Multimedia-Angebote per LTE streamen lassen.

28.02.2012, 08:46 Uhr
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Die LTE-Netze der Deutschen Telekom, von Vodafone und Telefónica Germany sind hierzulande noch im Aufbau. Der schwedische Ericsson-Konzern, Anbieter von Kommunikationslösungen, präsentiert auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona aber bereits schon jetzt eine technische Lösung, die unter anderem die Übertragung von Fernseh- und Multimedia-Angeboten über LTE-Mobilfunknetze ermöglichen soll.

Streaming von Multimedia-Diensten per LTE

In Zusammenarbeit mit Qualcomm demonstriert Ericsson auf dem MWC mit evolved Multimedia Broadcast Multicast Services (eMBMS) eine neue Technologie, mit der sich Multimedia-Dienste effizient an eine große Zahl von Nutzern übertragen lassen sollen. TV-Inhalte könnten laut Ericsson beispielsweise per Streaming über LTE-Netze empfangen werden. Multimedia-Inhalten lassen sich mit eMBMS aber auch dann übertragen, wenn das Netz gerade wenig ausgelastet ist. Die Inhalte werden auf den Endgeräten gespeichert und stehen für einen späteren Abruf bereit.

Gerade bei Live-Events wie Musik- oder Sportveranstaltungen sehen die Schweden einen Einsatzbereich. Viele Nutzer könnten gleichzeitig auf die Inhalte zugreifen, es seien zudem zusätzliche Kamerapositionen als Option denkbar. Auch On-Demand-Angebote, Podcasts oder Software-Updates ließen sich per LTE realisieren. Der Vorteil für LTE-Netzbetreiber liegt laut Ericsson in einer besseren Ausnutzung des Frequenzspektrums und der Netzkapazität.

Kommerzielle Produkte mit eMBMS-Unterstützung erst ab 2014

Bei eMBMS handelt es sich aber noch um Zukunftsmusik. Ericsson kündigte an, dass kommerzielle Produkte mit eMBMS-Unterstützung für den weltweiten Einsatz voraussichtlich erst 2014 auf den Markt kommen. Ein früherer Einsatz wäre ohnehin unrealistisch und ginge an der Praxis, beispielsweise in Deutschland, vorbei. Solange die Mobilfunknetzbetreiber die LTE-Geschwindigkeit nach Verbrauch von mehreren Gigabyte Highspeed-Volumen herunterdrosseln, lassen sich datenintensive Multimedia-Dienste hierzulande nicht nutzen. Erst wenn LTE wie DSL und Kabel-Internet ohne Volumenbegrenzung angeboten wird, sind TV-Angebote per LTE in Deutschland praktikabel. Es ist allerdings fraglich, ob LTE als shared Medium mittelfristig ohne Reglementierung des Datentraffics auskommen wird.

(Jörg Schamberg)

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