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Erhebliche Pannen bei Jugendschutzfiltern

Während Gewaltdarstellungen und andere gefährdende Inhalte angezeigt wurden, waren Angebote für Kinder und Jugendliche teilweise gesperrt. Die Kommission für Jugendmedienschutz gibt keine Empfehlung für Eltern und Erzieher.

04.03.2007, 17:22 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Jugendschutzfilter im Internet weisen erhebliche Defizite auf und erfüllen dadurch nicht ihren eigentlichen Zweck. Zu diesem Urteil kommt das Prüflabor der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), die zugleich für die Anerkennung von Jugendschutzfiltern zuständig ist.
Inhalte für Kinder gesperrt
Bei dem Test verschiedener Filtersysteme wurden neben Darstellungen von Gewalt auch andere jugendschutzrelevante Angebote wie Suizidforen und Internetseiten mit rechtsextremen Inhalten teilweise ungefiltert angezeigt. Auf der anderen Seite sperrten die Filter zahlreiche eigens für Kinder und Jugendliche angebotene Seiten.
Der KJM-Vorsitzende Wolf-Dieter Ring bedauert, dass kein Jugendschutzfilter den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Somit könne momentan auch keine Empfehlung an interessiere Eltern ausgesprochen werden.
Zweiter Testlauf für Mai geplant
Getestet wurden gängige Kindersicherungen sowie Jugendschutzprogramme, die Gegenstand von Modellversuchen der KJM sind. Nach der Definition des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages (JMStV) sind Jugendschutzprogramme ein neues Instrument, das Kindern und Jugendlichen einen nach Altersgruppen differenzierten Zugang zum Internet ermöglichen soll. Sie sollen unzulässige Inhalte automatisch blockieren und somit Eltern, Lehrern und Erziehern ein wichtiges Hilfsmittel an die Hand geben.
Der nächste Testlauf im Prüflabor bei Jugendschutz.net ist für Mai vorgesehen. Eine enge Abstimmung mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Mulimedia Dienste-Anbieter (FSM) soll eine höchstmögliche Akzeptanz des Testverfahrens gewährleisten.

(Stefan Hagedorn)

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