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Erdrückende Beweise gegen Kinderschänder

Das Beweismaterial gegen den in Thailand festgenommenen mutmaßlichen Kinderschänder Christopher Paul N. ist laut Polizei erdrückend und reicht für eine baldige Anklage des Kanadiers.

20.10.2007, 13:18 Uhr
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Das Beweismaterial gegen den in Thailand festgenommenen mutmaßlichen Kinderschänder Christopher Paul N. ist laut Polizei erdrückend und reicht für eine baldige Anklage des Kanadiers.
Klare Beweise
"Die Beweise sind klar und lückenlos", sagte ein ranghoher Polizist der Nachrichtenagentur AFP am Freitagabend. Ein Gericht verlängerte am Samstag den Polizeigewahrsam bis mindestens zum Monatsende. N. war nach einer weltweiten Interpol-Fahndung im Nordosten Thailands gefasst worden. Ihm wird der Missbrauch minderjähriger Jungen vorgeworfen. Bei einer Verurteilung in Thailand muss er mit 20 Jahren Haft rechnen.
Ein Gericht in Bangkok gestattete den Ermittlern, N. mindestens zwölf Tage lang festzuhalten. Ein heute 13-Jähriger, der von dem Verdächtigen vor vier Jahren mehrmals sexuell missbraucht worden sein soll, habe den 32-jährigen N. während einer Vernehmung mehrfach als Täter identifiziert, sagte der Polizeisprecher: "Wir haben genug Beweise, um juristisch gegen ihn vorzugehen." Die Polizei brauche etwa 30 Tage, um die gerichtsrelevanten Unterlagen zusammenzubringen.
Mutmaßlicher Täter unter Beobachtung
N. verbrachte die erste Nacht unter Beobachtung, um einen möglichen Selbstmord zu verhindern. Am Samstag wurde er in ein Untersuchungsgefängnis in Bangkok verlegt. "Er war unruhig", beschrieb der Polizeisprecher das Verhalten des Verdächtigen, der bislang beharrlich schwieg. Fernsehsender zeigten N. in einem rotweiß gestreiften T-Shirt, weißer Hose und mit einer Baseball-Mütze bekleidet auf dem Weg zur Abnahme von Fingerabdrücken. Wie bereits nach seiner Festnahme am Freitag musste er auf dem Weg einen Kordon wartender Journalisten passieren. Nach Angaben aus Kanada war der mutmaßliche Kinderschänder auch in seiner Heimat im Visier der Ermittler. Seit 2004 habe er auch in der Provinz British Columbia wegen Kindesmissbrauchs in Kanada und im Ausland unter Verdacht gestanden, sagte eine kanadische Polizeisprecherin. Ob gegen ihn weiter ermittelt werde, wollte sie nicht sagen. Der Fernsehsender CBC berichtete, mehrere Jungen aus der Region Vancouver hätten N. bei der Polizei angezeigt.
Auslieferung nach Kanada?
Ein Sprecher des kanadischen Justizministeriums wollte sich zu einem möglichen Auslieferungsantrag nicht äußern, da es noch keine Anklage gebe. Kanadas Gesetze erlauben die Verfolgung von Landleuten, die im Ausland unter dem Verdacht des Kindesmissbrauchs stehen. In dem nordamerikanischen Staat gibt es seit einigen Jahren ein Gesetz gegen "Sex-Tourismus".
Interpol hatte N. vor zehn Tagen international zur Fahndung ausgeschrieben. Am Donnerstag stellten die Ermittler Fotos des Gesuchten und eine Kopie seines kanadischen Passes sowie eine Kopie seiner bei der Ankunft in Thailand am 11. Oktober ausgefüllten Einreisekarte auf ihre Website. Grundlage für die weltweite Fahndung waren rund 200 im Internet entdeckte Bilder des Mannes mit Jungen aus Vietnam und Kambodscha ab einem Alter von etwa sechs Jahren. Die Ermittler gaben dem Fall unter Bezug auf die Anfangsbuchstaben der beiden Länder den Codenamen "Vico".
Verhaftung am Freitag
Mehr als 350 Hinweisen aus der ganzen Welt gingen bei der Polizei ein, bis der als Englischlehrer in Asien tätig N. am Freitag in Nakhon Ratchasima im Nordosten Thailands in einem Mietshaus im Beisein eines thailändischen Transvestiten gefasst werden konnte.

(Hayo Lücke)

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