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ElectronicPartner: Umsatz sinkt - Aus für Netshop

Das Handelsunternehmen stellt seinen Online-Shop ein. Erstmals musste EP 2009 einen Umsatzrückgang verzeichnen. Der Internetauftritt wird im April neu gestaltet - ohne Online-Bestellmöglichkeit.

19.02.2010, 20:01 Uhr (Quelle: DPA)
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Das Handelsunternehmen ElectronicPartner (EP)  will unter neuer Führung wieder in die Offensive gelangen. "Es geht darum, dass wir auf den Wachstumspfad kommen", sagte EP-Chef Jörg Ehmer, der vor sechs Wochen überraschend das Amt übernommen hatte, am Freitag in Düsseldorf. Die Grundausrichtung des Verbundunternehmens, dass als Dienstleister und Franchise-Zentrale für europaweit fast 5.500 selbstständige Elektronik-Fachhändler tätig ist, stimme. Im Detail seien aber Hausaufgaben zu erledigen. EP sei finanzstark und könne aus eigener Kraft wachsen. Dabei würden auch Übernahme- Möglichkeiten geprüft. Ein Zukauf stehe derzeit nicht an.

Trotz Umsatzrückgang: Kein Verkauf von EP

ElectronicPartner musste 2009 erstmals seit langem - vielleicht sogar erstmals in der in der fast 40-jährigen Unternehmensgeschichte - einen Erlösrückgang ausweisen. Der Umsatz der selbstständigen Fachhändler über das Verbundunternehmen ging um 1 Prozent auf 2,18 Milliarden Euro zurück. In dieser Zahl sind die Erlöse der Medimax-Fachmärkte und comTeam-Systemhäuser enthalten, die ebenfalls zur EP-Verbundgruppe gehören. Mit Ausnahme von 2009 und 2008 war EP lange zweistellig gewachsen. Während der Inlandsumsatz 2009 um 0,9 Prozent stieg, sank der Auslandsumsatz um 4,9 Prozent. Die selbstständigen Händler wickeln nicht ihren ganzen Umsatz über die EP-Zentrale ab.

Aufsichtsratschef Hartmut Haubrich zeigte sich unzufrieden über die Entwicklung in den vergangenen beiden Jahren. "EP ist 2008 und 2009 im Wettbewerb ein wenig zurückgefallen. Vielleicht waren wir zu sehr vom Erfolg der Vergangenheit verwöhnt", sagte Haubrich, der zugleich auch Miteigentümer des Handelsunternehmens ist. Veränderung müsse für EP ein Normalzustand sein. Das Handelsunternehmen sei aber weder als Ganzes noch in Teilen zu verkaufen. Seinen Neffen Oliver Haubrich, der fünf Jahre EP-Chef war und Anfang Januar vollkommen überraschend aus dem Amt ausschied, erwähnte der Aufsichtsratschef nicht. Auf Nachfragen wiederholte er, dass über die Hintergründe des Wechsel an der Unternehmensspitze Stillschweigen vereinbart worden sei.

Netshop wird eingestellt, Internetauftritt neu gestaltet

Ehmer kündigte an, dass der EP-Netshop eingestellt werde. Der Internetauftritt werde im April komplett neu gestaltet. Verbraucher könnten dann keine Produkte mehr direkt auf der EP-Webseite per Mausklick kaufen. Die aufwendig gestaltete neue Website solle vielmehr dazu anregen, zum jeweiligen EP-Händler vor Ort zu gehen. Der Umsatz des EP-Netshops sei so gering, dass man darauf verzichten könne. Ehmer erläuterte, dass man nur mit Tiefstpreisen in den Preissuchmaschinen nach vorne kommen könne. Das habe jedoch zu Konflikten mit selbstständigen EP-Händlern geführt. Deshalb seien im EP-Netshop Produktpreise auf unverbindliche Hersteller-Empfehlungen angehoben worden. Danach sei der Umsatz des EP-Netshops eingebrochen.

(Jörg Schamberg)

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