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Einstweilige Verfügung gegen AllofMP3.com

Der günstige MP3-Anbieter aus Russland darf seine Musik nicht mehr in Deutschland anbieten. Das hat die deutsche Musikindustrie erwirkt.

06.07.2005, 17:18 Uhr
Browser© Diego Cervo / Fotolia.com

Die deutsche Musikwirtschaft konnte im Kampf gegen den russischen Mp3-Anbieter "AllofMP3.com" einen ersten Erfolg verbuchen: Das Landgericht München I hat einer Einstweiligen Verfügung der deutschen Musikindustrie gegen den Anbieter stattgegeben. Diesem wurde nun verboten, die Musiktitel und Alben in Deutschland zum Download anzubieten.
Keine Lizenz
Begründet wurde die Entscheidung damit, dass der russische Anbieter "Tonaufnahmen urheberrechtlich geschützter Musiktitel der Klägerinnen" im Internet über die Plattform AllofMP3 zugänglich mache, deren Download auch im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland möglich sei. Für Deutschland sei der Anbieter aber nicht im Besitz einer Lizenz.
Wer linkt, bekommt Post
In Deutschland wollen mehrere Musikunternehmen, vertreten durch die Münchener Kanzlei Waldorf Rechtsanwälte, nun gegen Webseiten vorgehen, die auf das Angebot des russischen MP3-Shops verlinken, "Anleitungen" oder "positive Testberichte" veröffentlichen. Diese bekämen Abmahnungen und Aufforderungen, die Links zu entfernen. In den "eklatantesten Fällen" hätten die Rechteinhaber auch die zuständigen Aufsichtsbehörden und Kontrollgremien eingeschaltet. Damit ist wohl der Radiosender SWR3 gemeint. Dieser hatte verschiedene Online-Musikshops getestet und Allofmp3 mit dem Fazit "besser geht's nicht" in den höchsten Tönen gelobt.
AllofMP3 hatte vor allem mit dem Preisen für die angebotenen MP3s Aufsehen erregt. Musiktitel und Alben werden entsprechend der Download-Größe berechnet, das Megabyte kostet 2 Cent. Nach russischem Recht operiert der Musikshop legal, da er Lizenzgebühren für die verkauften MP3s in Russland abführt. Seine ausländischen Kunden weist er aber darauf hin, dass diese die Rechtslage in ihrem eigenen Land beachten müssten. Man sei nicht verantwortlich für das Verhalten von nicht-russischen Benutzern.
Aufpassen
Nach der heutigen Entscheidung sollten die deutschen Nutzer des Dienstes daher Vorsicht walten lassen und besser auf klar legale Musik-Shops ausweichen. Einen Überblick über die verschiedenen Netz-Shops bietet unser Vergleich.

(Christopher Bach)

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