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Ein Zeppelin als fliegende Basisstation

Die so genannte X-Station soll sich bei einem Einsatz in 21.000 Metern Höhe befinden und die Handy-Strahlung deutlich verringern.

04.07.2006, 09:56 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Ein Team von Schweizer Wissenschaftlern und dem Unternehmer Kamal Alavi hat eine fliegende Handyantenne entwickelt, die die unbeliebten Bodenstationen komplett ersetzen könnte. Die so genannte X-Station besteht aus einem Zeppelin und einer Plattform und soll sich beim Einsatz in 21.000 Meter Höhe befinden, berichtet die Nachrichtenagentur pte unter Berufung auf das Schweizer Fernsehen. Die Technologie könnte eine Revolution im Mobilfunkbereich auslösen. Die Handy-Strahlung würde durch das System tausendfach verringert, heißt es von Seiten der Entwickler.
GPS-Überwachung
Das 60 Meter lange Luftschiff ist mit Helium gefüllt und steigt auf die erforderliche Höhe, wo es stationär bleiben soll. Die Position überwacht ein GPS-Autopilot. Damit die X-Station ihren Standort auch trotz der starken Winde halten kann, ist sie mit zwei großen Propellern ausgestattet. An den Zeppelin ist ein unbemanntes Kleinflugzeug gekoppelt, in dem die gesamte Elektronik - von der Handyantenne bis zu Sendern von digitalem Radio und TV - untergebracht ist. Die Energieversorgung soll über Solarpanele erfolgen.
Alavi schätzt die Kosten für eine einzige X-Station auf bis zu 25,5 Millionen Euro, jedoch reiche eine Station aus, um zum Beispiel die gesamte Schweiz zu versorgen. Für die Fläche von Europa sollen 20 X-Stations genügen. Mit dem Projekt sind zurzeit mehr als 50 Wissenschaftler von der ETH Zürich und Lausanne, der Universität Neuenburg sowie der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt (EMPA) beschäftigt. Mit an Bord ist auch der Technologiekonzern RUAG Aerospace. In einem Jahr soll der erste Prototyp in luftiger Höhe getestet werden, meint Alavi.
Vielseitig einsetzbar
Über eine X-Station soll Telefonie, Internet, digitales Radio und Fernsehen, aber auch Überwachung per Live-Kamera möglich sein. Die Überwachungsfunktionen könnten zum Beispiel bei der Beobachtung von Waldbränden eingesetzt werden.

(Hayo Lücke)

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