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Ein erster Blick auf Google Chromium

Ab in die Kiste: Kaum ist der Quellcode veröffentlicht, muss Googles neues Cloud-Betriebssystem Chromium zum ersten Check antreten. Dank VirtualBox und Co. kann sich jeder einen ersten Eindruck verschaffen.

21.11.2009, 10:37 Uhr
Google© Google

Google hat seinen neuesten Streich, das Cloud-Betriebssystem Chromium OS, für Entwickler in einer frühen Version zur Verfügung gestellt. Allerdings können sich auch technisch interessierte Privatanwender bereits jetzt einen Eindruck machen: Kurz nach der Veröffentlichung des Quellcodes bieten findige IT-Seiten fertig kompilierte Images, die das komplette Betriebssystem enthalten: Der Nutzer kann sofort loslegen.
Für Neugierige
Wie schon beim ersten Windows 7 RC Test und unserem "Ubuntu ausprobieren"-Special heißt auch hier das Zauberwort "Virtuelle Maschine" (VM). Die Seite gdgt.com bietet, neben einer bootfähigen Version für USB-Sticks, für den VM Player und Sun´s VirtualBox die passenden Datei zum Download an. Das Image für die VirtualBox scheint nach User-Aussagen defekt zu sein, das Programm akzeptiert allerdings auch das VMWare-Abbild. Unsere Redaktion hat Chromium in die virtuelle Kiste gesperrt und einen ersten Blick auf Googles neue Hoffnung geworfen.
Da Chromium zu der neuen Generation von Cloud-Anwendungen gehört, fällt die Dateigröße mit gut 300 Megabyte für ein Betriebssystem entsprechen gering aus. Schließlich befinden sich auch alle Anwerbungen wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Bildbetrachter auf den Servern von Google.
Hinweis: Trotz seriöser Quelle des Festplatten-Image sollte aus Sicherheitsgründen zum Einloggen ein Google-Zweitaccount angelegt werden in dem keine schützenswerten Daten vorhanden sind oder nach Benutzung zumindest das Passwort geändert werden. Chromium unter Windows
Eine Installation findet bei der VM nicht statt, gdgt.com bietet "lediglich" fertig konfigurierte Festplatten-Images an. Am einfachsten lässt sich das Festplatte-Image unter der VirtualBox einbinden. Nach der Installation der Software genügt ein Klick auf "Neu" im Hauptmenü, als Betriebssystem Linux und als Version "Other Linux" wählen. Im nächsten Schritt die Größe des Hauptspeichers zwischen 512 Megabyte und einem Gigabyte setzen, dann "Festplatte benutzen" aktivieren und das VMWare-Image von Gadget hinzufügen. Im Anschluss schließt ein Klick auf "Fertig" das Einrichten ab. Die Chrome-Entwickler weisen darauf hin, dass die Tastatur unter VM-Betrieb verzögert reagieren kann. Außerdem ist zu beachten, dass die Tastatur von Chromium innerhalb der VM automatisch auf das US-Layout umgestellt wird. Das für den Login-Vorgang nötige @-Zeichen findet sich mit "SHIFT+2", die Z- und Y-Taste sind vertauscht. Dementsprechend zügig gelangt der Nutzer zum Startbildschirm des Systems. Zum Einloggen wird ein Google-Account benötigt.
Betriebssystem to go
Nach dem Login findet sich der Benutzer auf der Google Startseite wieder. Wie der Name schon sagt, verwendet das System den bereits erhältlichen Chrome-Browser als Basis, dementsprechend sieht Chromium auch eher wie ein Browser, statt wie ein Betriebssystem aus. Nur wenige Details am oberen Rand weisen auf den Unterbau des Systems hin: Die Systemzeit, ein Icon mit den verfügbaren Netzwerkverbindungen und eine Batterie-Anzeige (schließlich ist Chromium für mobile Endgeräte konzipiert) sind alles was der User zu sehen bekommt. Auf der linken Seite lassen sich Google Short Links konfigurieren, die zum schnellen Einbindung von Webapplikationen dienen. Ein Login wurde unserem Google-Account allerdings nicht gewährt.
Wer mit Chromium etwas Spektakuläres erwartet hat, wird vorerst wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Auch Google kann kein OS einfach herbei zaubern, dementsprechend wird die Entwicklung noch mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen.

(Marcel Petritz)

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