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Eifel-net: Telekom behindert den DSL-Ausbau

Der regionale Provider wirft der Telekom Unglaubwürdigkeit vor. Zunächst sei die Entscheidung der Bundesnetzagentur zur Öffnung der Schaltverteiler begrüßt worden, nun bremse die Telekom mit einer Eilklage.

01.07.2009, 17:01 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Mitte Juni hat die Bundesnetzagentur die Schaltverteiler-Entgelte festgelegt. Über die Schaltverteiler muss die Deutsche Telekom ihren Wettbewerbern auf Antrag den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL) gewähren, erhebliche Tiefbaukosten lassen sich dadurch sparen. Am Anfang dieser Woche hat die Telekom eine Eilklage gegen die Entscheidung der Bundesnetzagentur eingereicht. Auf Antrag des Providers eifel-net hätte die Telekom Schaltverteiler an Stellen einrichten müssen, an denen sie selber keine benötigt. Die Kosten würden der Telekom nur teilweise erstattet werden.
Klage behindert DSL-Ausbau
Der Provider eifel-net, auf dessen Bestreben hin die Netzagentur den Zugang zu den Schaltverteilern öffnete, wirft der Telekom nun eine Behinderung des Breitband-Ausbaus auf dem Land vor. Im Frühjahr hätte die Telekom die Entscheidung der Bundesnetzagentur zu den Schaltverteilern noch begrüßt. Angesichts der jetzigen Klage müsse die Haltung der Telekom als unglaubwürdig eingeschätzt werden, so eifel-net in einer Stellungnahme.
Schaltverteiler ermöglichen Kosteneinsparungen
Den alternativen Wettbewerbern sei es durch den Schritt der Telekom derzeit quasi unmöglich eigene Schaltverteiler zu errichten. Sie seien nun weiterhin dazu gezwungen aufwändig mit Tiefbauarbeiten jeden einzelnen Kabelverzweiger zu erschließen. Die Deutsche Telekom könne aber dort auch kostengünstige Schaltverteiler errichten. Das Ziel eines schnellen flächendeckenden DSL-Ausbaus auch in ländlichen Gebieten werde so erheblich erschwert.
Branchenverbände kritisieren das Vorgehen der Telekom
Ähnlich hatte sich auch bereits der VATM in einer ersten Reaktion auf die Klage der Telekom gegen die Entscheidung der Netzagentur geäußert. Der VATM warf der Telekom eine "Verweigerungshaltung" vor. Ein wichtiger Bestandteil der Breitbandinitiative gerate in Gefahr.
Auch der BREKO-Verband teilt die Befürchtungen. "Nicht nur, dass die Deutsche Telekom sich selbst immer weiter aus dem Breitbandausbau auf dem Land zurückzieht, sondern jetzt behindert sie mit diesem Schritt auch noch die Wettbewerber beim Breitbandausbau im ländlichen Raum", so Rainer Lüddemann, Geschäftsführer des BREKO. Der Zugang der Wettbewerber zur Erschließung der weißen Flecken werde erschwert, den Unternehmen die Planungssicherheit genommen.

(Jörg Schamberg)

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