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eDonkey und Overnet sind Geschichte

Das Entwicklerteam der Filesharingprogramme eDonkey und Overnet hält dem Druck der Musikindustrie nicht mehr stand.

30.09.2005, 11:49 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Eine Erfolgsgeschichte des digitalen Dateientausches geht zu Ende. Der Entwickler der Software eDonkey und Overnet, Sam Yagan, gab jetzt bekannt, die Weiterentwicklung der Clients zu stoppen. Auslöser ist eine von der US-amerikanischen Musikindustrievertretung RIAA versandte Unterlassungserklärung: dem Programmierer fehlen Geld und Kraft für einen Prozess.
Kommerzialisierung
Ab sofort bemüht sich das Team von Yagans Softwareschmiede MetaMachine um die Legalisierung von eDonkey. Zuvor muss jedoch eine Einigung mit der RIAA ausgearbeitet werden. Sam Yagan schmeißt das Handtuch, weil schlichtweg die finanziellen Mittel fehlen, um gegen die Übermacht der RIAA anzukämpfen. Das gleiche Schicksal ereilte vor gut einer Woche die Schöpfer von WinMX (Frontcode Technologies). Hier wurden jedoch die Stecker gänzlich gezogen.
Filesharer wenig irritiert
Der Tauschwut der Weltbevölkerung dürfte die Entscheidung von Sam Yagan wenig entgegen wirken. Schon lange ist eDonkey nicht mehr der von der Masse favorisierte Client für das eD2k-Netzwerk - Open-Source-Projekte wie eMule, MLDonkey oder Lphant bieten oft mehr Leistung. Und sind von der RIAA nicht angreifbar, da sie außerhalb deren Zuständigkeitsregion, den USA, entwickelt werden. Zudem sind die Hintermänner von Open-Source-Projekten schwer vor Gericht zu stellen - es gibt keine offiziell Verantwortlichen, jeder kann seinen Teil dazu programmieren.

(Michael Müller)

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