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eco warnt: Update auf iOS 7 kann mobile Netze überlasten

Ab dem 18. September erfolgt der Rollout von Apples neuem Betriebssystem iOS 7. Da viele iPhone- und iPad-Nutzer ihr System mobil updaten werden, warnt der eco-Verband vor einer weltweiten Netzüberlastung.

11.09.2013, 15:12 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Am Dienstag hat Apple an seinem Konzernsitz in San Francisco nicht nur seine beiden neuen Smartphones iPhone 5S und iPhone 5C vorgestellt. Der US-Konzern hat zudem für den 18. September den Launch von iOS 7 angekündigt. Die finale, neue Version des mobilen Betriebssystems für iPhone, iPad und iPod touch bringt etliche neue Features mit. Einen ersten Blick auf ein völlig neues iOS 7 hatte Apple bereits Mitte Juni gegeben. Doch nicht alle sehen dem Rollout des aktualisierten Betriebssystems freudig entgegen. Der Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. (eco) warnte am Mittwoch sogar vor einer zu erwartenden Überlastung der mobilen Netze.

iOS-Updates erhöhen Datenverkehr im Netz

"Angesichts der immensen Verbreitung von iOS-Geräten, die durch die neuen Modelle iPhone 5S und 5C noch einmal einen rasanten Schub erfahren wird, könnte iOS 7 bei Verfügbarkeit am 18. September die Netzkapazität im Internet für einige Tage an ihre Grenzen bringen", erklärt Georg Rainer Hofmann, Leiter der Kompetenzgruppe E-Commerce im eco Verband.

Bereits in den vergangenen Jahren hätte sich gezeigt, dass die größte Belastung des Netzes weder durch virale Videos, Microsoft-Updates oder Katastrophennachrichten verursacht worden sei. Vielmehr hätte die jeweils neue iOS-Generation den Datenverkehr im Internet erheblich erhöht. Aufgrund der Over-the-Air-Auslieferung (OTA) droht laut dem Experten vor allem mobilen Netzen eine Überlastung.

Neue Internetstrukturen erforderlich

Ein Blick zurück zeigt: Beim Wechsel von iOS 5 auf die Version 6 wurden laut eco ein Drittel aller iPhones per UMTS aktualisiert. Zum Veröffentlichungstermin der finalen Version von iOS 6 stieg die Netznutzung von iPhone-Besitzern rapide um rund 25 Prozent an. Aber auch die in iOS integrierten Dienste wie iCloud, iMessage und Siri treiben den Datentraffic an. Bei iOS 5 steigerten diese Internetdienste den Datenverkehr im Vergleich zur Vorversion um 50 Prozent.

Angesichts dieser Entwicklung fordert Ralf Steinmetz, Leiter des Forschungsprojekts "MAKI – Multi-Mechanismen-Adaption für das künftige Internet" an der Technischen Universität Darmstadt: "Das Internet braucht mittel- bis langfristig völlig neue Strukturen, um dem unbändig wachsenden Datenverkehr Herr zu werden". Eine Lösung für eine schnellere und zuverlässige Datenübertragung für iPhones könnte laut Steinmetz ein "intelligentes Zusammenspiel" von herkömmlichem Client-Server-Modell und Peer-to-Peer-Ansatz sein.

Die Warnung des eco ist allerdings erstaunlich, da die meisten Nutzer größere Updates in der Regel per WLAN über eine Festnetzleitung vornehmen. Angesichts begrenzter Highspeed-Inklusivvolumen bei Daten-Flatrates ist dieser Weg ohnehin anzuraten.

(Jörg Schamberg)

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