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eco: Verfolgung wirkt, illegale Downloads rückläufig

Die deutschen Internetprovider müssen aufgrund gerichtlicher Beschlüsse laut eco-Verband pro Monat 300.000 Benutzerdaten zu Internetverbindungen an Rechteinhaber wie die Musik- und Filmindustrie herausgeben.

05.06.2011, 09:01 Uhr
Internet© Anterovium / Fotolia.com

Der neueste Kino-Blockbuster oder ein aktuelles Album: Im Internet findet sich alles zum Download. Doch nicht alle Inhalte sind legal verfügbar. Wer illegale Downloads auf seiner Festplatte speichert, muss immer häufiger mit einer Entdeckung rechnen. Denn laut Internet-Verband eco geben die deutschen Internet-Provider aufgrund entsprechender Gerichtsbeschlüsse monatlich die Benutzerdaten zu 300.000 Internetverbindungen an Rechteinhaber wie die Musik- und Filmindustrie weiter. Die Zahl der "Online-Piraten" sei aufgrund stärkerer Verfolgung und einem größeren legalen Download-Angebot um mehr als 20 Prozent zurückgegangen.

2010: 30 Prozent mehr legale Musikdownloads

Immer mehr Verbraucher nutzen breitbandige Internetanschlüsse, gleichzeitig legten legale Musikdownloads im vergangenen Jahr um mehr als 30 Prozent auf 77,7 Millionen zu. Der eco-Verband bezeichnet die Zusammenarbeit von Providern, Gerichten und Rechteinhabern als erfolgreich.

Daher seien auch keine Maßnahmen erforderlich, die tief in die Grundrechte der Menschen eingreifen würden. Die von der EU-Kommission geplanten Sperrverfahren seien überflüssig. "Zum einen gibt es viel mehr legale und benutzerfreundliche Angebote als noch vor einigen Jahren. Andererseits zeigt das konsequente Vorgehen gegen illegale Downloads auch ohne Sperren Wirkung", erläutert eco Vorstandsvorsitzender Michael Rotert.

Provider plädieren für Warnbrief statt teurer Abmahnung

Die Provider halten die harte Linie der Rechteinhaber nicht unbedingt für erforderlich. "Sobald die Rechte-Konzerne die Nutzeradresse kennen, haben sie selbst in der Hand, wie sie weiter vorgehen. In den meisten Fällen würde wohl ein Warnbrief reichen. Es muss nicht immer gleich eine Abmahnung für mehrere hundert Euro sein", betont eco-Vorstand Oliver Süme. Die Zahl der Abmahnungen steige jedes Jahr deutlich an. "Das ist zum Teil exzessiv. Deshalb legen wir als Vertretung der Provider großen Wert darauf, dass wir nur Adressen herausgeben, die mit einem rechtsstaatlich sauberen Gerichtsbeschluss angefordert wurden", so Süme weiter.

(Jörg Schamberg)

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