Marktkonsolidierung

Eco-Studie: Deutscher Webhosting- und Domain-Markt ist gesättigt

Die deutschen Webhoster- und Domain-Anbieter profitieren laut einer aktuellen eco-Studie von Bruttomargen von bis zu 40 Prozent, doch der deutsche Markt zeigt sich weitgehend gesättigt. Bis 2019 werde das durchschnittliche jährliche Wachstum daher nur noch bei rund vier Prozent liegen.

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Köln – Die Anbieter von Web-Hosting- und Domain-Diensten in Deutschland erzielen laut der von Arthur D. Little und eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. erstellten Studie "Die deutsche Internetwirtschaft 2015-2019" Bruttomargen von 30 bis 40 Prozent. Damit liegen die deutschen Anbieter europaweit mit an der Spitze. Die Sparte Web Hostings & Domains der deutschen Internetwirtschaft, in der Anbieter wie 1&1, Strato und Host Europe aktiv sind, hat im vergangenen Jahr Umsätze von einer Milliarde Euro erwirtschaftet.

20 Millionen Domains in Deutschland registriert

Bis 2019 soll dieses Kerngeschäft jährlich um durchschnittlich vier Prozent auf 1,2 Milliarden Euro wachsen. Doch die weiteren Wachstumsaussichten sehen die Experten eher gedämpft. Der deutsche Markt sei gesättigt: Fast 70 Prozent der deutschen Unternehmen verfügen bereits über eine eigene Webseite. Außerdem seien hierzulande mehr als 20 Millionen Domains registriert. Der Löwenanteil von 70 Prozent entfalle auf ".de"-Domains. "Das bisherige starke Wachstum in diesem Marktsegment setzt sich nicht fort, stattdessen hat die Konsolidierung eingesetzt und die Wettbewerber kämpfen um Marktanteile", erläutert Thomas Rickert, Director Names & Numbers beim eco.

Während die gesamte Internetwirtschaft in Deutschland bis 2019 um jährlich durchschnittlich zwölf Prozent wachsen soll, ist der Anstieg im Bereich Webhosting und Domains mit rund vier Prozent eher bescheiden. Im Vergleich zur deutschen Gesamtwirtschaft, die in diesem und im kommenden Jahr um 1,7 Prozent bzw. 1,5 Prozent wachsen soll, seien dies aber immer noch gute Werte.

Kein Goldrausch durch neue Top Level Domains

Die Branche bietet seit rund zwei Jahren die neuen Top Level Domains wie .berlin oder .cloud an. Allerdings bringen sie umsatztechnisch offenbar keinen großen Effekt. "Die neuen Top-Level-Domains werden zum moderaten Wachstum dieses Marktsegments beitragen, aber ein Goldrausch ist durch sie nicht zu erwarten", so Lars Riegel, Principal bei Arthur D. Little. Verstärkt halten Webhoster daher auch verwandte Cloud Computing Services für ihre Kunden bereit, um die Umsätze zu steigern.

Jörg Schamberg

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