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Eco: Semantische Suche soll sich bis 2020 durchsetzen

Suchmaschinen wie Google oder Bing werden ihre Daten in Zukunft intelligenter verknüpfen – und zwar ganz automatisch. Semantische Verfahren werden sich laut "Trendreport 2020" des eco-Verbands bis 2020 durchsetzen.

30.03.2014, 08:01 Uhr
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Suchmaschinen wie Google oder Bing werden ihre Daten in Zukunft intelligenter verknüpfen – und zwar ganz automatisch. Semantische Verfahren werden sich laut "Trendreport 2020" des eco-Verbands der deutschen Internetwirtschaft bis 2020 durchsetzen. Vorgestellt wurde der Bericht im Rahmen der Search Marketing Expo (SMX) in München.

Antwort in verständlicher Sprache

Die Nutzer würden dann nicht mehr einzelne Stichworte eingeben und im Nachhinein die Suchbegriffe so verändern, bis ein passendes Ergebnis erscheint. Rund 83 Prozent der befragten IT-Experten sind überzeugt, dass bereits 2020 die Suchmaschinen im Alltag mit Fragen in normaler Umgangssprache gefüttert werden. Die restlichen 17 Prozent glauben immerhin, dass es zumindest erste Ansätze geben wird, es aber noch darüber hinaus dauern wird, bis sich die semantische Suche durchgesetzt hat.

"Das Ziel des semantischen Web besteht unter anderem darin, komplett intuitive Eingaben und Suchanfragen zu ermöglichen. Interfaces wie Siri geben schon heute einen kleinen Vorgeschmack, in wenigen Jahren könnte die semantische Suche das Internet, wie wir es kennen, drastisch verändern", so Markus Schaffrin, Geschäftsbereichsleiter Mitglieder-Services bei eco.

Wie auf dem Raumschiff Enterprise

Rund 50 Prozent der befragten Experten sind auch der Meinung, dass Suchmaschinen 2020 keine klassischen Trefferlisten mehr liefern werden, sondern eine einzige Antwort in verständlicher Sprache. Weitere 50 Prozent glauben, dass es diese dann aber noch parallel zum Ergebnis der semantischen Suche geben wird. Der Nutzer hätten dann die Wahl.

Eine solche allgemeinverständliche Antwort muss nicht auf einem Bildschirm erscheinen, sondern könnte auch über die Sprachausgabe laufen. "Bis wir uns wie bei Star Trek komplett frei mit einem Computer unterhalten, wird es natürlich noch etwas dauern. Aber ein ähnlich einfaches Interface, das natürlich formulierte Fragen zutreffend interpretiert und beantwortet, ist schon in greifbarer Nähe", so Schaffrin.

Kritik vom Internetverband

In einem nächsten Schritt hin zum Semantic Web – oft auch Web 3.0 genannt – werden nicht nur Menschen mit Maschinen agieren, sondern diese auch untereinander Informationen automatisch austauschen und intelligent verknüpfen. Über Metatexte werden diese dann in semantische und logische Beziehungen zueinander gebracht. Einige Dienste wie die Wikipedia-Anwendung DBpedia oder das Social Media-Tool Friend of a Friend nutzen bereits semantische Formate.

Der eco-Verband sieht diesen Prozess auch kritisch. So bedeute die Abhängigkeit von Metatexten, dass Content jeglicher Art stets mit passenden Keywords ausgestattet werden müsse, um im semantischen Web sinnvoll genutzt werden zu können. Gleichzeitig eröffne das Web 3.0 neue Missbrauchsmöglichkeiten, etwa bei der Suchmaschinenpositionierung von Seiten oder bei der Sammlung persönlicher Daten von Nutzern in sozialen Netzwerken.

(Peter Giesecke)

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