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eBay mit Nebenwirkungen

eBay hat alles im Sortiment – immer häufiger auch verschreibungspflichtige Medikamente. Die Apothekerkammer Nordrhein warnt vor den Risiken.

13.02.2005, 09:50 Uhr
Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

Alles, was das Herz begehrt, kann man beim größten Internet-Auktionshaus finden: von Antiquitäten bis Star Trek kommt alles unter den Hammer – aber immer häufiger auch verschreibungspflichtige, hochwirksame Arzneimittel, wie die Apothekerkammer Nordrhein aus aktuellem Anlass warnt.
Hammermittel unterm Hammer
So bot kürzlich eine Privatperson die Arznei Bromocriptin zum Kauf an. Die beschriebenen Effekte, appetithemmend, fettverbrennend, leistungssteigernd und sexuell stimulierend, sind eigentlich nur Nebenwirkungen. Tatsächlich handelt es sich bei diesem Medikament um ein hochwirksames Präparat für Parkinson-Patienten. Es beeinflusst nicht nur den Hormonhaushalt, sondern greift auch massiv ins zentrale Nervensystem ein.
Garantierte Nebenwirkungen
Nicht nur, dass Käufer dieser Medikamente auf jegliche Beratung verzichten; ebenso wenig können sie wissen, ob die Präparate ordnungsgemäß gelagert wurden oder ob es sich eventuell um gefährliche Fälschungen handelt. Zu der Gesundheitsgefährdung kommt außerdem, dass sich beide Seiten – Käufer wie Verkäufer – strafbar machen. Der Gesetzgeber erlaubt es ausschließlich Apotheken, mit Medikamenten zu handeln. "Arzneimittel sind Waren besonderer Art. Sie sollten auf keinen Fall wie ein Fahrrad oder ein Handy im Internet ersteigert werden", so Anneliese Menge, Präsidentin der Apothekerkammer Nordrhein.

(Aleksandra Leon)

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