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eBay-Betrug: Trio zieht mehr als 3.000 User ab

eBay ist nicht nur bei Schnäppchenjägern beliebt. Auch Kriminelle tummeln sich gern auf der Auktionsplattform.

02.11.2005, 10:05 Uhr
Internetnutzung© adam36 / Fotolia.com

Bei eBay geht's zur Sache: Das Online-Auktionshaus ist auch ein beliebtes Ziel für Hacker und Betrüger. In London ist jetzt ein Ehepaar verurteilt worden, dass nach Angaben der Polizei innerhalb von zwei Jahren etwa 3.000 eBay-User weltweit mit fiktiven Gütern im Gesamtwert von umgerechnet 443.100 Euro betrogen haben soll.
Handlanger in London
Dabei handelt es sich bei dem verhafteten 30-jährigen Rumänen, der vor zwei Jahren mit einem Business Visum nach London eingereist war, offenbar nur um einen Fußsoldaten. Zusammen mit seiner 23-jährigen Frau Adriana und einem 26-jährigen Komplizen agierte er für eine Organisation in Rumänien. Das Trio wurde zu Haftstrafen zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Jahren verurteilt. Alle drei bekannten sich vor Gericht schuldig. Nach Angaben der Londoner Polizei befinden sich die Komplizen in Rumänien derzeit in Untersuchungshaft und es wird vermutet, dass noch tausend weitere unbekannte Opfer existieren könnten.
Bei dem Betrug wurde immer die selbe Schwachstelle im System des Online-Auktionshauses ausgenutzt: Nutzer überweisen in der Regel erst das Geld, bevor die Ware versendet wird. Das Paar kontaktierte zahlreiche überbotene Nutzer, um ihnen ähnliche oder gleiche Artikel anzubieten. Kein einziger der angebotenen Artikel - darunter auch Autos - wurde tatsächlich an die Käufer versendet.
Decknamen und Strohmann
Das Trio nahm sich einen Anteil des Geldes und leitete den Rest nach Rumänien weiter, wo es nach Meinungen der Polizei vermutlich dazu verwendet wurde, andere kriminelle Aktivitäten zu finanzieren. Mit dem Gewinn aus Großbritanniens größtem Betrugsfall dieser Art kaufte sich das Paar einen BMW und eine Wohnung im schönen London.
Andrew Bonafont, Leiter der Untersuchung, sagte: "Das war ein gut geplanter und anspruchsvoller Betrug, bei dem verschiedene Identitäten und moderne Telekommunikation benutzt wurden. Er hat ein Ausmaß, das mir so noch nicht untergekommen ist." Um nicht aufzufallen, nutzten die Betrüger insgesamt zwölf Decknamen und den Komplizen als Strohmann. Der Komplize benutzte unter anderem drei gefälschte Pässe, um den Behörden zu entgehen.

(Benjamin Windhoff)

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