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easyMobile: Wer wenig telefoniert, zahlt drauf

onlinekosten.de nennt Ihnen die Vor- und Nachteile des neuen Billig-Anbieters am deutschen Mobilfunkmarkt.

03.11.2005, 07:31 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Lange haben wir gewartet, seit gestern ist es endlich soweit: die easy-Gruppe hat zusammen mit der dänischen TDC auch in Deutschland ihr Billig-Mobilfunk-Angebot easyMobile gestartet. Gemessen an den Preisen kann das Angebot voll überzeugen: 16 Euro für die SIM-Karte inklusive 10 Euro Gesprächsguthaben, für nationale Telefonate rund um die Uhr ein Minutenpreis in Höhe von nur 16 Cent und für SMS in alle deutschen Mobilfunknetze ein Preis von nur 12 Cent.
Eine Taktfrage
Wer sich die Tarifdetails jedoch genauer anschaut, wird schnell feststellen, dass nicht alles Gold ist, was da bei easyMobile auf den ersten Blick glänzt. So ist zum Beispiel anders als bei anderen Prepaid-Discountern wie simyo, blau.de oder debitel-light das Abhören der eigenen Mailbox nicht kostenlos möglich. Pro Minute werden auch hier 16 Cent berechnet. Immerhin ist die Mailbox standardmäßig deaktiviert, kann aber jederzeit über die Kurzwahl 3311 eingerichtet werden.
Ein genauer Vergleich lohnt auch bei einem Blick auf den Abrechnungstakt. Bei easyMobile werden nämlich alle Telefonate minutengenau abgerechnet. Wer also zum Beispiel ein Gespräch mit einer Länge von 62 Sekunden führt, muss in jedem Fall 120 Sekunden, also zwei volle Minuten, zahlen.
Verdeckter Mindestumsatz
Einmalig und insbesondere für Wenigtelefonierer von besonderer Bedeutung ist, dass easyMobile einen verdeckten Mindestumsatz erwartet. Wer binnen drei Monaten weniger als sechs Euro vertelefoniert, wird mit einer monatlichen Zusatzgebühr von 1 Euro bestraft. Der Discounter mit Deutschland-Sitz in Hamburg begründet das mit der Pflege zur Aufrechterhaltung des Kontos.
Doch es gibt natürlich auch Vorteile: So bietet easyMobile zum Beispiel die Möglichkeit, dass sich das Prepaidkonto automatisch neu auflädt, sobald das Guthaben auf unter 2 Euro sinkt. Wer von dieser automatischen Auflademöglichkeit nicht profitieren möchte, kann das Konto natürlich auch manuell aufladen. Dabei hat der Kunde die Wahl, 15, 25, 50, 75 oder 100 Euro auf sein Konto zu laden, das maximal bis zu 1.000 Euro Guthaben fassen kann. Doch Vorsicht: auch jede manuelle Aufladung kostet bei easyMobile extra: 20 Cent nämlich. Ein echter Vorteil ist, dass das Guthaben bei easyMobile nicht verfällt. Es ist dauerhaft verfügbar und wird auf Wunsch auch wieder zurückgezahlt – gegen eine Servicegebühr von sechs Euro. Ebenfalls sehr praktisch ist der Umstand, dass laufende Gespräche auch dann nicht beendet werden, wenn das Guthaben aufgebraucht ist. Der Kunde kann bis zu einem Saldo von 10 Euro weiter telefonieren und wird nach Beendigung des Gesprächs per SMS darüber informiert, dass das Guthabenkonto einen negativen Betrag aufweist. Anschließend besteht drei Tage die Möglichkeit, das Konto mit neuem Guthaben aufzufrischen. Geschieht dies nicht, wird die SIM-Karte gesperrt und erst nach einer Zahlung von 5 Euro wieder freigeschaltet. Bei Verlust der SIM-Karte werden für eine neue Karte 10 Euro berechnet.
Goldnummer kostet
Bei der Bestellung von easyMobile haben Kunden wie zum Beispiel bei blau.de oder simply die Möglichkeit, aus einem Rufnummernpool eine Wunschrufnummer auszuwählen. Eine so genannte "Goldnummer", das heißt, eine echte selbst zusammengestellte Wunschrufnummer, kostet 16 Euro. Auf Wunsch besteht aber auch die Möglichkeit, eine vorhandene Rufnummer kostenlos mit zu easyMobile zu nehmen. Der umgekehrte Fall, also der Wechsel mit der easyMobile-Rufnummer zu einem anderen Anbieter, kostet 24,95 Euro.
Wer Freunde wirbt, erhält für jede erfolgreiche Vermittlung 5 Euro Gesprächsguthaben. Allerdings muss der Vermittelte dieses Sonderguthaben quasi aus eigener Tasche zahlen. Er erhält statt den normalerweise üblichen 10 Euro nämlich nur 5 Euro Gesprächsguthaben.
Natürlich ist der Einsatz der easyMobile-Karte auch im Ausland oder für Telefonate in das Ausland möglich. Wer seine Karte allerdings im Ausland nutzen möchte, muss seine SIM-Karte zunächst kostenlos für das Roaming-Verfahren freischalten lassen. Für Telefonate im Ausland gilt der Minutenpreis des jeweiligen Netzbetreibers zuzüglich 16 Prozent Aufschlag. Ankommende Gespräche werden innerhalb Europas mit 80 Cent pro Minute, ansonsten mit 1,80 Euro pro Minute abgerechnet. Telefonate von Deutschland ins Ausland kosten zwischen 1,50 und 1,90 Euro pro Minute. Eine SMS ins Ausland wird mit 30 Cent in Rechnung gestellt, eine internationale MMS kostet 70 Cent. Für jede MMS, die in ein deutsches Mobilfunknetz verschickt wird, fallen 40 Cent an.
Keine 0900-Hotline
Vorbildlich zeigt sich easyMobile in Sachen Service. Anders als bei einigen anderen Discountern muss bei Fragen, die per Telefon gestellt werden, keine teure 0900-Nummer gewählt werden. Stattdessen steht eine vergleichsweise günstige 01805-Nummer zur Verfügung, die aus dem deutschen Festnetz mit 12 Cent pro Minute berechnet wird. Es geht aber auch kostenlos: entweder per E-Mail oder ganz ausgefallen über einen Service-Chat auf der Homepage des Anbieters.
Eine Übersicht zu den wichtigsten Konditionen bei easyMobile haben wir für Sie auf unserer neuen Anbieterseite zusammengefasst.

(Hayo Lücke)

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