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EA erwartet neuen Schwung für Spielebranche

In einem Zeitungsinterview kündigt der EA-Vorstand John Schappert im Vorfeld der Gamescom an, das Engagement auf Plattformen wie Facebook weiter auszubauen. Von neuartigen Spiele-Controllern verspricht sich der Spielehersteller neue Impulse für die ganze Branche.

16.08.2010, 17:38 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Am Donnerstag beginnt Europas größte Computerspiele-Messe Gamescom 2010 in Köln. Die Branche hat zwei schwierige Jahre hinter sich, kann sich aber über ein boomendes Online-Geschäft freuen. Und so kündigt der Electronic Arts-Vorstand John Schappert im Vorfeld der Messe auch an, das Engagement auf Plattformen wie Facebook weiter auszubauen.

Neue Anbieter sind willkommen

Im Gespräch mit "Euro am Sonntag" betont der für das Tagesgeschäft beim kalifornischen Spielehersteller zuständige Schappert, dass die Branche trotz Krise wächst. Marktforscher in den USA beobachten aber hautsächlich die klassischen Handelsumsätze und so spiegelten die Marktdaten nicht die rasante Entwicklung im Online-Geschäft wieder, so der Vorstand. Über Spiele im Internet, Downloads oder Dienste wie Xbox Live oder Playstation Network geben die Nutzer inzwischen viel Geld aus. So ist auch das reichweitenstarke Social Network Facebook von besonderem Interesse für Electronic Arts (EA). Das Unternehmen will dort zahlreiche neue Spiele starten und "agressiv wachsen".

Der bislang noch nicht bestätigte Einstieg des Internetkonzerns Google beim Online-Spieleriesen Zynga ("Farmville") macht den Kaliforniern derweil keine Kopfschmerzen. Jeder neue Anbieter sei willkommen, und wenn Google ins Spielegeschäft einsteigt, wäre EA sehr an einer Zusammenarbeit interessiert. Ebenso sei das Unternehmen sehr gespannt auf Microsofts neues Handy-Betriebssystem Windows Phone 7, das im Herbst auf den Markt kommt. Wie schon bei iPhone und iPad will EA dabei sein, wenn eine neue erfolgversprechende Plattform startet.

Konzentration auf Toptitel - auch online und mobil

Neue Impulse für den gesamten Spielemarkt verspricht sich Schappert von den bewegungsabhängigen Controllern, die Microsoft und Sony auf der Gamescom vorstellen werden. Move für die PS3 und Kinect für die Xbox seien starke Ergänzungen für die etablierten Spielekonsolen und erweiterten die Zielgruppen der Spielehersteller. "Wir sind auf beiden Plattformen die Nummer 1. Jeder neue Spieler ist damit ein potenzieller Kunde für uns", zeigt sich der EA-Vorstand zuversichtlich. Daran ändere auch die zuletzt durchgeführte Bereinigung des Spieleportfolios und die Konzentration auf Toptitel nichts. In diesem Jahr seien 36 Veröffentlichungen geplant, vor zwei Jahren waren es noch 67 Spiele. "Wir konzentrieren uns auf Blockbuster", erläutert Schappert, "und darauf unsere starken Marken online und auf mobilen Plattformen wie dem iPhone oder iPad verfügbar zu machen".

Eine neue Konsolengeneration sieht EA noch nicht - Xbox 360, PS3 oder Wii werden aber auch nicht die letzte sein. Die Hardware sei überarbeitet worden und die Preise bei Sony und Microsoft deutlich gesunken, was zu einer steigenden Nachfrage auch nach Spielen gesorgt habe und Publisher wie EA natürlich freue. Beide Konsolen profitierten zudem vom boomenden Absatz hochauflösender TV-Geräte und Neuerungen wie durch die Controller Kinect oder Move. Nach einer "ambitionierten" Preisgestaltung zur Markteinführung, sei das Preis-Leistungsverhältnis bei den Konsolen aktuell sehr gut, lobt Schappert.

(Michael Posdziech)

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