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E-Plus wird umgebaut

Der neue Chef Michael Krammer will E-Plus nach Informationen der "Financial Times Deutschland" neu aufstellen. Günstige Sprachtelefonie soll im Vordergrund stehen, Multimediadienste wie i-mode werden eingestellt.

07.06.2006, 10:28 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Michael Krammer, der neue Chef des Mobilfunk-Netzbetreibers E-Plus, hat mit seinem Unternehmen offensichtlich viel vor. Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) berichtet, plant der ehemalige Boss des österreichischen Mobilfunkers Telering, E-Plus zu einem schlanken und günstigen Anbieter von Sprachtelefonie umzubauen. Diese neue Strategie sollen von Krammer Ende Juli verkündet werden.
Keine Experimente
Wie es heißt, soll das künftige E-Plus-Angebot auf "Kundendienste mit etablierter Nachfrage" konzentriert werden. Komplexe mobile Anwendungen für Firmenkunden oder Multimediadienste spielen nach Informationen der Zeitung keine Rolle mehr. Mehr noch: die Investitionen sollen deutlich nach unten geschraubt werden, der Internetdienst i-mode werde sogar komplett eingestellt. Die Erfolgsfaktoren der Billigmarken simyo, Base und Aldi Talk wolle Krammer auf E-Plus übertragen. Angebot und Preise sollen einfach gestaltet werden, subventionierte Handys soll es bei E-Plus auch in Zukunft geben.
Kein Unterschied zwischen Privat- und Geschäftskunden
Technische Abenteuer sind für den neuen E-Plus-Boss offensichtlich kein Thema. In die GPRS- oder UMTS-Datenbeschleuniger EDGE und HSDPA soll zumindest vorerst nicht investiert werden. Krammer setze nach eigenen Worten auf die so genannte "Followers-Strategie". Investitionen sollen andere einführen. E-Plus werde erst folgen, sobald die Nachfrage ausreichende Margen garantiere. Auf Änderungen müssen sich auch Firmenkunden einstellen. Ihnen sollen keine Sonderwünsche mehr erfüllt werden. "70 Prozent der Kunden haben die gleichen Anforderungen – egal ob Privat- oder Geschäftskunden", wird der Manager zitiert.
Mit dieser neuen Strategie geht Krammer den entgegengesetzten Weg des früheren E-Plus-Chefs Uwe Bergheim, der Privat- und Geschäftskunden organisatorisch trennte und auf multimediale Zusatzdienste gesetzt hatte. Bergheim wollte E-Plus eben nicht als Billigheimer verstanden wissen. Das führte allerdings verglichen mit der Konkurrenz zu schwachen Ergebnissen in der Neukundengewinnung und beim Umsatz.

(Hayo Lücke)

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