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E-Plus: "Wir wollen Preisführer sein"

Auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf gab E-Plus heute weitere Details zu den neuen CleverOne-Tarifen bekannt. Unternehmens-Chef Michael Krammer erteilte einer echten Handy-Flatrate und einer Homezone-Lösung allerdings eine Absage.

27.07.2006, 14:04 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Fast 100 Tage ist er nun bei seinem neuen Arbeitgeber an Bord. Grund genug sich und die Unternehmens-Strategie der Öffentlichkeit vorzustellen. Die Rede ist von Michael Krammer, dem neuen Chef des Düsseldorfer Mobilfunkers E-Plus. Auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf stellte Krammer heute das neue Angebot CleverOne vor, über das onlinekosten.de bereits am vergangenen Wochenende berichtet hatte. Außerdem wagte Krammer einen Blick in die Zukunft und erklärte, wie sich E-Plus am Markt positionieren möchte.
Mehr-Marken-Strategie bleibt
Krammer verwies darauf, dass E-Plus mit seiner Mehr-Marken-Strategie Strukturen aufgebrochen habe und neue Wege gegangen sei. "In der Branche sind wir so etwas wie der Ausgleich zu steigenden Benzin-Kosten", sagte Krammer unter Verweis darauf, dass die Mobilfunkpreise dank Marken wie simyo oder Base im vergangenen Jahr um 16 Prozent gesunken seien. Für die Zukunft wolle E-Plus sich noch mehr auf Kundenwünsche konzentrieren. Der Fokus liege auf Kerndienstleistungen, also auf Produkten und Services mit hoher Nachfrage.
Dabei steht die Strategie, mit mehreren Marken zu agieren, nicht zur Diskussion. "Wir werden diesen Weg ganz, ganz konsequent fortsetzen", zeigte sich Krammer überzeugt. Über eine neue Werbekampagne, die auf verschiedenen Hörfunk-Programmen bereits angelaufen ist, soll die Marke E-Plus noch stärker etabliert werden. Krammer gab zu, dass auch darüber nachgedacht worden sei, E-Plus durch eine neue Marke zu ersetzen. Die hohe Marktbekanntheit von 96 Prozent in Deutschland habe allerdings dazu geführt, dass diese Überlegungen schnell eingestellt wurden.
E-Plus: "Einfach günstig"
Künftig soll für E-Plus das Image "einfach und günstig" gelten. Krammer: "E-Plus bietet alles, was Kunden wollen – für weniger Geld". Doch nicht nur günstig soll der Düsseldorfer Netzbetreiber sein. E-Plus soll auch als Innovationsführer am deutschen Mobilfunkhimmel positioniert werden.
Mit den neuen CleverOne-Tarifen will E-Plus vor allem in der Kategorie punkten, in der das Unternehmen nach eigenem Befinden noch deutlich zulegen kann – bei den Vertragsangeboten mit monatlicher Grundgebühr beziehungsweise monatlichem Mindestumsatz. "E-Plus ist hier deutlich unterrepräsentiert - mit Marktanteilen von vier bis sieben Prozent" Zum Vergleich: bei den Time&More-Minutenpaketen kommt E-Plus auf einen Martanteil von 40 Prozent und ist damit Marktführer.

Lesen Sie auf Seite 2: Absage an echte Mobilfunk-Flatrate und Homezone-Lösung
CleverOne online mit 150 Frei-SMS im Monat
Neben den bekannten Konditionen für CleverOne gab E-Plus heute bekannt, dass es alle drei angebotenen Tarife ab sofort auch als Web-Produkt geben wird. Das heißt, wer seinen CleverOne-Tarif über die E-Plus-Homepage bestellt, bekommt 150 Gratis-SMS im Monat. Ferner wurde bekannt, dass die günstigen Konditionen für netzinterne Gespräche nicht nur zu E-Plus-Handys gelten, sondern auch zu allen Partnernetzen wie simyo, Base oder Aldi Talk. Ein Wechsel zum nächst größeren CleverOne-Paket wird für E-Plus-Kunden kostenlos möglich sein, ein Downgrade wird mit 24,95 Euro berechnet.
Echte Handy-Flatrate kommt vorerst nicht
Eine klare Absage erteilte Krammer den Gerüchten, wonach es bei E-Plus oder Base schon bald eine echte Mobilfunk-Flatrate geben werde, die alle Gesprächspreise zu einem monatlichen Festpreis abdeckt. Bei den derzeitigen Terminierungspreisen sei eine solche Flatrate schlicht nicht möglich. Auch aus diesem Grund hoffe E-Plus auf Senkungen bei den Terminierungskosten auf Anweisung durch die Regulierungsbehörde. Klar sei: in Deutschland werde zu wenig mit dem Handy telefoniert. Während beispielsweise in Österreich schon über 60 Prozent der Gesprächsminuten über Mobilfunknetze abgewickelt werden, liege der Wert in Deutschland noch immer unter 20 Prozent.
Homezone-Lösungen keine bequeme Lösung
Auch spielt für den E-Plus-Chef eine "Homezone"-Lösung, wie sie inzwischen bei allen großen Wettbewerbern im Angebot ist, keine Rolle. Kunden sollen nur über eine Mobilfunkrufnummer zu erreichen sein. "Dies stellt für den Konsumenten die eindeutig bequemere Lösung dar", ist Krammer von einer notwendigen Absenkung der Terminierungsentgelte überzeugt.
Um die eigenen Kunden auch in Sachen Netzqualität zufrieden zu stellen, plant E-Plus für dieses Jahr 700 Millionen Euro für den Netzausbau ein. Der wesentliche Anteil davon werde in das GSM-Netz investiert, um in der Flächenabdeckung und im Kapazitätsausbau zulegen zu können.

(Hayo Lücke)

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