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E-Plus will Preise weiter senken

Der Chef der niederländischen Konzernmutter KPN will in Deutschland für noch günstigere Mobilfunkpreise sorgen. Nur dann würden Kunden auf das klassische Festnetz verzichten.

25.09.2007, 09:37 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Wer in diesen Tagen vor der Entscheidung steht, einen Mobilfunkvertrag mit fester Laufzeit abzuschließen, sollte dies möglicherweise noch einmal überdenken. Grund: Die Preise dürften schon bald weiter unter Druck geraten. Dafür macht sich der Düsseldorfer Mobilfunk-Netzbetreiber E-Plus stark. "Die Preise im deutschen Mobilfunk müssen noch weiter fallen", sagte der Chef der niederländischen Konzernmutter KPN, Ad Scheepbouwer, dem "Handelsblatt".
Preise sollen runter
Nur bei erheblich niedrigeren Preisen würden die Nutzer deutlich mehr mobil telefonieren, sagte der KPN-Boss. Daraus resultiere, dass die Umsätze so stark steigen, dass sie die geringeren Preise überkompensieren. "In Deutschland kostet eine Handyminute im Schnitt 14 Cent und ist damit dreieinhalb Mal so teuer wie eine Minute im Festnetz. Anderswo sind mobile Telefonate nur doppelt so teuer", kritisiert Scheepbouwer. Die Minutenpreise müssten auf acht Cent sinken, wenn Deutschland das Niveau des Auslands erreichen soll.
Ein Problem bei diesen Überlegungen sind die so genannten Terminierungsentgelte. Sie werden fällig, wenn ein Telefonat von einem Mobilfunknetz in ein anderes, beispielsweise von T-Mobile zu Vodafone, überstellt wird. T-Mobile und Vodafone erhalten derzeit pro Minute knapp 8,8 Cent, die beiden E-Netz-Betreiber E-Plus und o2 gut 9,9 Cent. Die Bundesnetzagentur ist gefragt, diese Durchleitungsgebühren weiter zu senken, wenn es weitere Preissenkungen für netzübergreifende Gespräche geben soll.
Ein besonderes Augenmerk hat KPN in Deutschland auf jene Nutzer gelegt, die ausschließlich mit dem Handy telefonieren. E-Plus hält bei dieser Kundengruppe nach eigenen Angaben einen Marktanteil in Höhe von 15 Prozent, möchte ihn aber verdoppeln. Scheepbouwer geht davon aus, dass ein Fünftel der Deutschen nur noch mobil telefonieren werden, wenn die Preise stark sinken.
Kundenzuwachs durch entbündeltes DSL
Mit einem starken Kundenzuwachs dürfen die Mobilfunkanbieter zudem rechnen, wenn in Deutschland die Zwangskopplung eines T-DSL-Anschlusses an einen Telefonanschluss aufgehoben wird. Voraussichtlich im April kommenden Jahres soll es soweit sein.

(Hayo Lücke)

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