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E-Plus-Umsatz wächst, obwohl Kunden weniger zahlen

E-Plus Mobilfunkverträge gewinnen offenbar an Attraktivität. Insbesondere die Vertragskunden konnte der viertgrößte deutsche Mobilfunkprovider in den vergangenen drei Monaten deutlich steigern. Die neuen Kunden freuen sich dabei über sinkende Kosten. Für den Anbieter blieb trotzdem im zweiten Quartal mehr Geld in der Kasse.

30.07.2014, 13:17 Uhr
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Für das erste Halbjahr 2014 hat der viertgrößte deutsche Handynetz-Betreiber ganz solide Zahlen vorgelegt. Zwar sanken die durchschnittlichen monatlichen Einnahmen pro Kunde (ARPU) im Vergleich zum Vorjahr bei Prepaid auf nur noch 5 Euro und bei Rechnungskunden auf 19 Euro. Dank eines kräftigen Kundenwachstums um 5,8 Prozent aber bleibt in der Düsseldorfer Konzernkasse immerhin ein Umsatzplus von 14 Millionen Euro. Der magere Zuwachs um 0,9 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013 zeigt, wie stark die Margen im Mobilfunkmarkt weiter unter Druck sind.

E-Plus-Chef Dirks legt hohes Tempo beim Kundenwachstum hin

Mit der Umsatzsteigerung stemmt sich E-Plus indes erfolgreich gegen den Markttrend. Das Unternehmen führt dies auf netto von April bis Juni 2014 rund 400.000 neue Kunden sowie "die Markteinführung neuer datenzentrierter Angebote" zurück.

Die anhaltend starke Geschäftsentwicklung schlug sich im zweiten Quartal auch im operativen Ergebnis nieder. Das EBITDA liegt auf bereinigter Basis um 26 Prozent über dem Vorjahreswert, worüber sich naturgemäß besonders Thorsten Dirks, der Vorstandschef der E-Plus Gruppe, freuen darf: "Nach dem starken ersten Quartal haben wir im abgelaufenen unser hohes Tempo gehalten."

Nach Abzug von Stornierungen gewann die E-Plus Mobilfunk GmbH & Co. KG von April bis Juni genau 392.000 Kunden. Damit hat Gruppe mit ihren Marken die Kundenzahl seit Jahresanfang um insgesamt 899.000 gesteigert. Zugleich baute E-Plus mit einem Plus von 303.000 Prepaid-Abschlüssen im zweiten Quartal seine Position als Marktführer im Niedrigpreis-Segment weiter aus. Aber auch im margenstärkeren Vertragskundensegment setzte das Unternehmen den positiven Trend der vergangenen anderthalb Jahre fort und schloss netto 89.000 neue Verträge ab.

Datendienste sollen mehr Umsatz in die Kasse spülen

Die Zukunft des Mobilfunks sieht E-Plus in dem, was das Unternehmen "Digitalisierung" nennt. "Der tiefgreifende Umbruch der Branche bietet große Chancen, die wir mit unserem datenzentrierten und digitalen Geschäftsmodell schon heute konsequent nutzen. Genau diese Stärke wird E-Plus in den geplanten Zusammenschluss mit Telefónica Deutschland einbringen und so dazu beitragen, ein führendes digitales Telekommunikationsunternehmen zu schaffen, das auf Augenhöhe mit den beiden Marktführern agiert", erklärt Thorsten Dirks, CEO der E-Plus Gruppe und designierter Vorstandsvorsitzender der Telefónica Deutschland Holding AG. Passend zu seinem Anspruch legten die Umsätze aus der mobilen Datennutzung im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahresraum um rund 40 Prozent zu.

Die Digitalisierungsstrategie spiegelt sich laut E-Plus in Kooperations-Aktivitäten wider. So schloss man Anfang April die weltweit erste Kooperation eines Mobilfunkanbieters mit dem Kommunikationsdienst WhatsApp ab. Darüber hinaus vereinbarte E-Plus Partnerschaften mit den Streaming- und Video-Plattformbetreibern 7TV, Zattoo und Watchever. E-Plus-Kunden können damit zu vergleichsweise günstigen Preisen TV-Sendungen, Serien oder Filmangebote auch mobil ansehen.

E-Plus erhofft sich in der Folge steigende Umsätze durch das erhöhte Datenaufkommen sowie zunehmende Wechsel von Kunden in hochpreisige Tarifangebote. Diese Monetarisierung mobiler Datennutzung sei eine zentrale Säule der Strategie. Die im November 2013 eingeführte Kampagne „Highspeed für Jedermann" mit LTE-Nutzung ohne Zusatzkosten, wurde im Mai bis Ende 2014 verlängert.

Mehr Geschäft mit Partner- und Discountmarken

Wie bereits im starken Auftaktquartal 2014 führten das Kundenwachstum sowie das hohe Interesse an datenbasierten Produkten auch von April bis Juni zu steigenden Umsätzen. Der Gesamtumsatz erreichte 812 (Q2 2013: 803) Millionen Euro. Der Umsatz aus Mobilfunkleistungen betrug 760 Millionen Euro, was bereinigt um Einmaleffekte und Regulierungsauswirkungen einem Plus von 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht. Mit rund 33 Prozent operativer Marge (EBITDA) konnte E-Plus im zweiten Quartal die Zielmarke von über 30 Prozent klar übertreffen.

Zum Ergebnis trug auch wesentlich das Geschäft mit Partner- und Discountmarken bei. Noch nicht eingerechnet ist hierbei die im Wholesale-Segment im Juli gestartete neue Vertriebs-Partnerschaft mit 1&1.

(Michael Frenzel)

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