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E-Plus setzt beim Netzausbau 2012 weiter auf HSPA

Vorrangig auf das bewährte HSPA statt auf LTE setzt E-Plus auch in diesem Jahr beim Ausbau seines Datennetzes. Mehr als 85 Prozent der Basisstationen seien HSPA+ fähig und auf bis zu 21,6 Mbit/s ausgelegt. LTE werde nur bei entsprechendem Kundenbedarf ausgerollt.

21.02.2012, 12:56 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Fast alle deutschen Mobilfunknetzbetreiber setzen derzeit auf den schnellen Mobilfunkstandard Long Term Evolution (LTE). Sowohl die Deutsche Telekom, Vodafone als auch Telefónica Germany bauen ihre mobilen Hochgeschwindigkeitsnetze Schritt für Schritt aus. Entgegen dem Trend nutzt der Düsseldorfer Netzbetreiber E-Plus dagegen weiterhin HSPA. E-Plus-Pressesprecher Klaus Schulze-Löwenberg zeigt die Netzausbau-Strategie des Unternehmens aktuell in einem Posting im firmeneigenen Newsdesk-Blog auf.

85 Prozent der Basisstationen HSPA+ fähig

Das E-Plus Datennetz decke inzwischen knapp 80 Prozent der Bevölkerung ab. Nach dem Ausbau von Ballungsräumen weite der Düsseldorfer Netzbetreiber den Netzausbau zunehmend auch auf ländlichere Regionen aus. Zum Einsatz komme zunächst weiterhin die bewährte HSPA-Technologie. Aktuell sind mehr als 85 Prozent der Basisstationen HSPA+ fähig und für Datenraten von bis zu 21,6 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) ausgelegt.

In der Realität machen Kunden oft aber ganz andere Erfahrungen. Die Anbindung ins mobile Internet sei teils schlecht, klingt es auch in Kommentaren zu dem Blog-Posting des E-Plus-Sprechers an. Der noch mangelnden Leistung mancher Basisstation ist sich der Netzbetreiber aber durchaus bewusst. Nicht alle Stationen könnten das Potential von HSPA derzeit vollständig ausschöpfen. "Das zu ändern, wird einer der Schwerpunkte des diesjährigen Ausbaus sein. Da können wir nur noch um etwas Geduld bitten", erklärt der E-Plus-Sprecher.

E-Plus: 1-2 Mbit/s reichen aktuell für Smartphones aus

"Aber es ist auch nicht das Ziel der E-Plus Gruppe, den Wettlauf um Spitzendatenraten mitzumachen, die nur eine kleine Gruppe von Nutzern wirkliche Vorteile bringen", betont Schulze-Löwenberg. Stattdessen wollen die Düsseldorfer möglichst vielen Kunden eine komfortable Performance bieten. Dafür reiche aus Sicht von E-Plus "bei einem Smartphone aktuell bereits 1 - 2 Mbit/s" aus. Dennoch verbessert der Mobilfunknetzbetreiber die Anbindung seiner Basisstationen an das Transportnetz.

Ende Januar hatte E-Plus Ericsson beauftragt die Kapazität der Basistationen an das Kernnetz zu erweitern. Bis zum Ende des kommenden Jahres sollen "viele tausend Richtfunkstrecken und die dazugehörigen Router" installiert werden. Zudem versorgt Versatel die E-Plus-Sendemasten mit Glasfaser-Speed. Dank der besseren Anbindung der Basisstationen an das E-Plus Kernnetz soll der wachsende Datenverkehr bewältigt werden. Mit neuen Richtfunkverbindungen lassen sich die Übertragungskapazitäten schrittweise bis in den Gigabit-Bereich erhöhen. Fast alle HSPA-Stationen sollen bis zum Ende dieses Jahres an das schnelle Netz angeschlossen werden.

Mittelfristig werde aber auch LTE im E-Plus-Netz zum Einsatz kommen. Allerdings nur, wenn der "entsprechende Kundenbedarf" da ist. Entsprechende LTE-Tests führt E-Plus in Düsseldorf, in Wachtendonk sowie in Cloppenburg fort. Hierbei werden die Frequenzen 1,8 Gigahertz (GHz), 2,1 GHz sowie 2,6 GHz genutzt. Zusätzlich betreibt E-Plus ein LTE Kundenlabor an der Technischen Universität Chemnitz.

(Jörg Schamberg)

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