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E-Plus: Prepaid-Mindestumsatz scharf kritisiert

Wer bei E-Plus in Prepaid-Tarifen zwei Monate nicht telefoniert, soll mit einem Mindestumsatz bestraft werden. Verbraucherschützer raten Kunden zum Providerwechsel.

28.08.2009, 11:18 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Ein Mobilfunk-Vertrag verspricht gegen eine monatliche Grundgebühr niedrige Minutentarife. Dafür binden sich die Kunden in der Regel 24 Monate an den Anbieter. Inzwischen sind die Prepaid-Tarife der Mobilfunkdiscounter jedoch so günstig geworden, dass diese nicht nur für Wenigtelefonierer, sondern oft sogar auch für Normaltelefonierer die bessere Wahl sind. Dies hat jetzt auch die Stiftung Warentest bestätigt, die in der aktuellen Ausgabe von "Test" die Handytarife per Vertrag und Prepaid verglichen hat. Vertragskunden zahlen demnach meist zu viel, Prepaidangebote seien flexibler.
Kosten auch ohne Umsatz
Doch auch Prepaid-Tarife können Haken haben. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat scharf die geplante Geschäftspraxis von E-Plus angegriffen. Der Mobilfunk-Netzbetreiber will seinen Prepaid-Kunden einen monatlichen Mindestumsatz in Höhe von einem Euro berechnen, wenn die SIM-Karte zwei Monate nicht genutzt wird. Der Betrag wird direkt vom Guthaben abgezogen. Betroffen von dieser Regelung, über die die Kunden Mitte August per SMS informiert wurden, sind nur die Prepaid-Tarife der Marke E-Plus selbst. Dazu zählen etwa Free & Easy, Time & More Prepaid oder die Zehnsation Prepaid. Der laut Verbraucherzentrale "versteckte Mindestumsatz" wird ab 1. September eingeführt.
Prepaid-Handys nutzen Kunden meist nur für den Notfall
"Die Einführung eines versteckten Mindestumsatzes macht den wesentlichen Vorteil eines Mobilfunktarifes mit vorausbezahltem Guthaben zunichte," so Barbara Steinhöfel, Referentin für Telekommunikation und Medien bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Viele würden ihr Prepaid-Handy nur als Notfall-Lösung oder für besondere Anlässe bereithalten. Ein Sonderkündigungsrecht räumt E-Plus den betroffenen Kunden aber immerhin ein. Nähere Informationen dazu gibt der Mobilfunknetzbetreiber unter der netzinternen Servicerufnummer 77770.
Verbraucherzentrale rät zum Wechsel des Anbieters
Der Vorwurf der Verbraucherschützer: E-Plus versuche auf dem Rücken der Geringtelefonierer schwindende Gewinne auszugleichen. Denn der Mobilfunkmarkt ist seit Jahren hart umkämpft, um jeden Cent bei den Minutenpreisen wird hart gerungen. Kleinere Handy-Discounter greifen auf solche Extra-Kosten, wie sie E-Plus nun einführt, zur Finanzierung ihrer günstigen Tarife schon länger zurück. Die Verbraucherzentrale rät Betroffenen, ihr von E-Plus eingeräumtes Kündigungsrecht wahrzunehmen und zu einem anderen Anbieter zu wechseln, der solche Gebühren nicht erhebt. Die bestehende Rufnummer kann häufig zum neuen Mobilfunk-Provider mitgenommen werden.

(Jörg Schamberg)

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