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E-Plus-Jahresbilanz: Umsatz- und Gewinnrückgang trotz Kundenplus

Sinkende Umsätze trotz Kundenwachstum – das Jahresergebnis der E-Plus-Gruppe ist ein Paradebeispiel für die aktuelle Situation auf dem deutschen Mobilfunkmarkt.

04.02.2014, 12:30 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Sinkende Umsätze trotz Kundenwachstum – das Jahresergebnis der E-Plus-Gruppe ist ein Paradebeispiel für die aktuelle Situation auf dem deutschen Mobilfunkmarkt. In einem Umfeld sinkender Preise bei anhaltend hohem Kostendruck und zunehmenden Konsolidierungsbestrebungen scheint die Zeit der Rekordgewinne vorbei.

Umsatz- und Gewinnrückgang

Beispiel Gesamtumsatz 2013: Hier müssen die Düsseldorfer im Vergleich zum Vorjahresergebnis mit einem Rückgang von 3,4 auf 3,2 Milliarden Euro sichtbar Federn lassen - ein Minus von 6,1 Prozent. Ähnliches gilt für den Umsatz speziell aus Mobilfunkleistungen. Hier konnte E-Plus nur knapp die 3-Milliarden-Marke halten, im Vorjahr wurden hingegen noch rund 3,1 Milliarden Euro umgesetzt. Einen regelrechten Einbruch erlebt dabei das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA): Mit "nur" noch 963 Millionen Euro fällt der Gewinn um rund 25 Prozent niedriger aus als noch 2012 (1,3 Milliarden).

Und auch die wichtige Kennzahl des durchschnittlichen Erlöses pro Kunde - kurz ARPU – machte innerhalb von zwölf Monaten einen Satz nach unten und sank von 11 auf nunmehr 10 Euro. Verantwortlich dafür waren vor allem rückläufige Einnahmen aus Sprachtelefonaten, die durch einen gleichzeitigen Anstieg in der Nutzung der sogenannten "Non-Voice-Services" wie SMS oder mobile Internetdienste nicht kompensiert werden konnten. Deren Anteil am ARPU legte um 5 auf nun 45 Prozent zu. Bereits 54 Prozent aller Kunden nutzten dabei im vierten Quartal bereits mobiles Internet, was E-Plus zufolge einer Verdopplung innerhalb von 18 Monaten entspricht.

Netto-Neukundenplus von über 1,5 Millionen

Über das vergangene Jahr deutlich verlangsamt hat sich der Anstieg der Kundenzahlen. Zwar überschritt die Gesamtzahl im Januar 2014 erstmals die 25-Millionen-Grenze, von Quartal zu Quartal gesehen verloren die Zuwächse jedoch zunehmend an Schwung. Hatten sich von Anfang Januar bis Ende März 2013 noch rund 550.000 Kunden für eine Marke der E-Plus-Gruppe entschieden, lag das Plus im letzten Quartal 2013 netto bei nur noch 143.000 – trotz einer Viertelmillion neu hinzugewonnener Vertragskunden. Negative Auswirkungen auf die Gesamtbilanz hatte dabei E-Plus zufolge vor allem die Ausbuchung von 360.000 inaktiven Prepaid-Karten zum Jahresende. Unter dem Strich ist der Trend allerdings eindeutig positiv: Gegenüber 2012 steht ein signifikanter Anstieg um 1,55 Millionen Kunden auf 24,95 Millionen in den Büchern; die Zahl der Vertragskunden wuchs im gleichen Zeitraum netto um 936.000 von 7,66 auf 8,59 Millionen.

Insgesamt sieht sich E-Plus auf einem guten Weg. Mit neuen Angeboten wie der erst vor wenigen Tagen vorgestellten Roaming-Flatrate wolle man den eingeschlagenen Kurs in Richtung Wachstum konsequent fortsetzen, heißt es am Dienstag in einer Unternehmensmitteilung. Als nächsten Wegpunkt nennt der Netzbetreiber dabei den Start eines eigenen LTE-Angebotes im März. Wichtigstes Ziel für das laufende Jahr bleibt aber die Fusion mit Telefónica Deutschland. "2014 steht im Zeichen des geplanten Zusammenschlusses von Telefónica Deutschland und E-Plus", erklärte E-Plus-Chef Thorsten Dirks. Unabhängig davon werde man im Markt weiter angreifen. Ziel sei es, vor allem bei Vertragskunden und im Datengeschäft weiter kräftig zuzulegen.

(Christian Wolf)

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