News

E-Plus Gruppe verliert 600.000 Kunden

Weil viele inaktive SIM-Karten ausgebucht werden mussten ist die Kundenzahl von E-Plus im vierten Quartal vergangenen Jahres auf 23,4 Millionen zurückgegangen. Finanziell lief es besser.

05.02.2013, 08:53 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Diese Meldung kommt überraschend: Die E-Plus Gruppe hat das vierte Quartal mit einem Minus in der Kundenentwicklung abgeschlossen. Standen Ende September noch 24 Millionen aktive SIM-Karten in den Bilanzen des Mobilfunkkonzerns, waren es Ende Dezember nur noch 23,40 Millionen, also 600.000 weniger. In den zurückliegenden Quartalen war E-Plus stets durch ein ordentliches Wachstum bei der Kundenentwicklung aufgefallen.

Inaktive Kunden ausgebucht

Geschuldet ist der Rückgang "Ausbuchungen von etwas über einer Million inaktiver Kunden unterschiedlicher Tarife und Marken im E-Plus Netz", wie es in einer Unternehmensmitteilung heißt. Anders ausgedrückt: ohne diese Ausbuchungen hätte E-Plus die Kundenzahl ein weiteres Mal um etwa 400.000 steigern können. Verraten wurde auch, dass der Anteil neuer Vertragskunden um 75 Prozent gegenüber 2011 gesteigert werden konnte und den höchsten Zuwachs seit 2006 verzeichnete. Getrieben wurde dieses Wachstum vor allem durch die Einführung attraktiver Allnet-Flatrates zum Beispiel bei Yourfone, simyo und blau.de.

Auch finanziell geht es dem Düsseldorfer Mobilfunkkonzern alles andere als schlecht. Im vierten Quartal wuchs der Gesamtumsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,1 Prozent auf 929 Millionen Euro. Leicht rückläufig war der Umsatz aus Mobilfunkdienstleistungen. Er ging um 1,0 Prozent auf 782 Millionen Euro zurück; wäre ohne Regulierungseffekte aber um 0,4 Prozent gestiegen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) reduzierte sich um 9,6 Prozent auf 329 Millionen Euro.

Im Gesamtjahr 2012 kletterte der Gesamtumsatz gegenüber 2011 um 5,0 Prozent auf 3,40 Milliarden Euro und auch der Serviceumsatz legte um 1,6 Prozent auf 3,15 Milliarden Euro zu. Um 4,7 Prozent schlechter fiel hingegen das EBITDA aus. Es notierte bei 1,29 Milliarden Euro. Ursache für das rückläufige EBITDA waren hohe Marketing-Kosten für die Werbung neuer Tarife.

Mobiles Internet immer wichtiger

Einen steigenden Anteil an der Umsatzentwicklung hat das Geschäft mit mobilen Datentarifen. Über 80 Prozent der verkauften Endgeräte seien Smartphones gewesen und weil die Nutzung dieser Geräte nur mit einer Handy Internet Flat wirklich Spaß macht, verkauft E-Plus immer mehr Datentarife. So genannte Non Voice Services machten 2012 bereits 40 Prozent der Kundenumsätze aus – vier Prozent mehr als noch 2011. Im vierten Quartal vergangenen Jahres erreichten diese Umsätze aus SMS und Mobilen Daten bereits 42 Prozent und damit einen neuen Höchstwert.

Und eben weil das mobile Internet immer mehr an Bedeutung gewinnt, will E-Plus hier weiter investieren. Im vergangenen Jahr wurden bereits rund 600 Millionen Euro in den Netzausbau gepumpt und in 2013 soll an dieser Stelle angesetzt werden, um das Geschäft mit mobilen Daten weiter zu forcieren. Im Laufe des Jahres könnte es bei E-Plus zum Beispiel erste LTE-Tarife geben.

(Hayo Lücke)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang