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E-Plus fordert Regulierung des Mobilfunkmarkts

Keine Einigung der Mobilfunkbetreiber im Ringen um die Terminierungsentgelte. Eine Regulierung des Mobilfunkmarkts ist wohl nicht mehr abzuwenden.

05.05.2006, 16:42 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Eine Regulierung des Mobilfunkmarkts ist wohl nicht mehr abzuwenden. Die vier deutschen Mobilfunkbetreiber konnten sich bis heute nicht untereinander auf gemeinsame Terminierungsentgelte einigen, denn Mobilfunkanbieter E-Plus fühlt sich im Ringen um die Entgelte ungerecht behandelt und verweist mit einer Studie auf seine tatsächlichen Kosten.
E-Plus fordert Regulierung
E-Plus setzt bei der Absenkung der Terminierungsentgelte, welche die Festnetzbetreiber für die Übergabe von Gesprächen in Mobilfunknetze entrichten müssen, nun ganz gezielt auf eine Regulierung des deutschen Mobilfunkmarkts. Der Bundesnetzagentur hat E-Plus heute eine nach eigenen Angaben unabhängige Studie vorgelegt.
In dieser Studie rechnet der Mobilfunkbetreiber dem Regulierer vor, dass in den Netzen der großen Anbieter bei der Übernahme von Festnetzgesprächen Kosten von 4,95 Cent pro Minute entstehen. Die Kosten im eigenen Mobilfunknetz gibt E-Plus dagegen mit 9,04 Cent an. Der Grund für die höheren Kosten: E-Plus besitzt weniger Basisstationen als T-Mobile und Vodafone und ist später in den Mobilfunkmarkt eingestiegen.
E-Plus spielt nicht mit
Die beiden Mobilfunkbetreiber T-Mobile und Vodafone hatten in den bislang erfolgten Verhandlungen eine höhere Vergütung für E-Plus abgelehnt und zur Begründung auf das europäische Ausland verwiesen. Medienberichten zufolge konnten sich die beiden Konzerne mit O2 bereits einigen: T-Mobile und Vodafone wollen die Terminierungsentgelte auf 9,5 Cent pro Minute absenken. O2 soll künftig knapp 11 Cent verlangen dürfen.
Doch da will E-Plus nicht mitspielen. "Jetzt ist ganz klar der Regulierer am Ball", sagt Pressesprecherin Catrin Glücksmann. E-Plus unterstütze eine Absenkung der Entgelte. Die Absenkung müsse sich aber an den tatsächlichen Kosten orientieren. Zurzeit erhalten T-Mobile und Vodafone elf Cent pro Minute für Anrufe aus dem Festnetz in ihr Mobilfunknetz, bei O2 und E-Plus fallen 12,4 Cent an.
BREKO: "Fünf Cent sind angemessen"
Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) hat sich heute für eine zügige Absenkung der Entgelte ausgesprochen. Der Verband, der die alternativen Festnetzbetreiber vertritt, halte seit langem Entgelte von fünf Cent für angemessen. Alles andere dürfte nicht die Zustimmung der EU-Kommission finden, so BREKO-Präsident Peer Knauer. Die Bundesnetzagentur hatte seinerseits mit einer strengen ex ante-Regulierung gedroht, falls die Vorschläge der Mobilfunker unter den Erwartungen bleiben. Diese ist jetzt in greifbare Nähe gerückt. In den kommenden Wochen soll nun eine Entscheidung fallen.

(Denise Bergfeld)

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