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E-Plus denkt über mobiles Internet-Roaming nach

Nachdem es E-Plus bei der Frequenzversteigerung nicht gelungen ist, Frequenzen im Spektrum von 800 Megahertz zu ersteigern, wird nun über eine Kooperation mit einem Wettbewerber nachgedacht.

25.05.2010, 18:16 Uhr
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Wie geht es mit E-Plus in Zukunft weiter? Nach der Versteigerung neuer Mobilfunkfrequenzen, bei der der Düsseldorfer Netzbetreiber anders als die Konkurrenten T-Mobile, Vodafone und o2 im begehrten Frequenzspektrum von 800 Megahertz (Digitale Dividende) nicht zum Zuge kam, stellt sich diese Frage umso mehr. Schon in der Vergangenheit war E-Plus für den schleppenden Netzausbau für das mobile Internet kritisiert worden. Nun droht die Tochter des niederländischen KPN-Konzerns weiter zurückzufallen. E-Plus-Chef Thorsten Dirks, der auch als Verantwortlicher von KPN Mobile International tätig ist, fordert von der Bundesnetzagentur nicht nur Chancengleichheit im Wettbewerb, sondern zeigt sich auch offen für Kooperationen.

E-Plus strebt Kooperationsmodell an

Gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte Dirks, dass durchaus denkbar sei, mit einem nationalen Wettbewerber über ein Kooperationsmodell zu sprechen. Im Klartext: E-Plus will ein Roaming-Abkommen mit einem direkten Konkurrenten aushandeln, um den eigenen Kunden an möglichst vielen Orten in Deutschland schnelle Internetverbindungen über das Handy oder einen passenden Surfstick auf dem Notebook anbieten zu können. Auch Ebene der Sprachtelefonie hatte zuletzt beispielsweise o2 auf die Netzinfrastruktur der Telekom zurückgegriffen. Nach einem milliardenschweren Netzausbau wurde das Roaming-Abkommen von o2 aber Ende 2009 beendet.

Zusammenarbeit mit der Telekom?

Laut Dirks kann E-Plus bereits heute 90 Prozent der deutschen Bevölkerung mit mobilem Internet versorgen. Ein Großteil davon ist aber maximal mit EDGE und damit höchstens 240 Kilobit pro Sekunde im Downstream an das E-Plus-Netz angeschossen. Nur in einzelnen Ballungsgebieten bietet der Netzbetreiber HSDPA-Verbindungen mit bis zu 1,8 Megabit pro Sekunde an. "Für die letzten 10 Prozent suchen wir nach Netzwerk-Kooperationen zu einem vernünftigen Preis", so der E-Plus-Chef gegenüber Bloomberg.

Gesprächsbereitschaft hat bereits die Telekom signalisiert. "Wenn sie auf uns zukommen, werden wir gerne mit ihnen reden", sagte T-Home-Vorstand Niek Jan van Damme. Die Telekom habe bereits mehrfach gezeigt, offen für Kooperationen zu sein.

(Hayo Lücke)

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